Förderstedt l Das größte Problem des SV Förderstedt in der Vorsaison hat sicher jeder Beteiligte sofort im Kopf: die schlechte Chancenverwertung. Der Landesklassist hat viele, sehr schnelle Spieler in der Offensive, aber am Abschluss haperte es zumeist. Deshalb ergibt der Wechsel von Benjamin Kollmann auf den ersten Blick durchaus Sinn. Der 31-Jährige hat seine besten Jahre vielleicht schon hinter sich, ist vor dem Tor aber nach wie vor eiskalt. Nicht umsonst brachte er es in seinen 140 Spielen für den SV 09 Staßfurt auf 123 Tore. „Er ist sehr konsequent im Abschluss“, weiß auch Steffen Löbel, der Vorsitzende des SV Förderstedt, um seine Qualitäten.

Aber auch die familiare Atmosphäre beim Landesklassisten war ausschlaggebend, gerade für Kollmann, der in Förderstedt sein Haus baut. Und er und sein Kumpel Tobias Witte wollten eben auch fußballerisch künftig nicht auf der Straße sitzen. „Sie wollten weiter spielen und das können sie bei uns“, so Löbel. „Nachdem bekannt wurde, dass die beiden nicht mehr für Staßfurt spielen, sind wir an sie herangetreten. Die Gespräche sind sehr positiv verlaufen. Für uns ist es wichtig, dass wir zwei Spieler mit großer Qualität dazu gewinnen.“

Und das vor allem beim Blick auf die Liste der Abgänge, auf der mit Necirvan Isa, Vincent Apelt, Axel Böttger und Marco Janich einige ehemalige Leistungsträger stehen. Vor allem der Abgang von Janich, Leistungsträger und Kapitän, zum SV 09 traf die Förderstedter schwer. Doch gewissermaßen kommt es nun ja zu einem Torwarttausch. Denn mit Witte kommt aus Staßfurt ein Keeper, der mindestens genauso viel Qualität mitbringt. Insgesamt 334 Mal lief er von 2005 bis 2012 sowie 2016 bis 2019 für den SV 09 auf und bringt genau wie Kollmann Verbandsliga-Erfahrung mit. Ob er künftig die neue Nummer eins ist? Immerhin gibt es mit Norman Reinhold ja noch einen weiteren Torhüter. „Die Entscheidung überlasse ich dem Trainer, aber ich würde davon ausgehen“, sagt Löbel.

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Dem Präsidenten ist mit Roder Sulaiman zudem ein weiterer Transfer geglückt. „Er ist ein Verwandter von Hogir Isa“, erklärt er, wie der Kontakt zustande kam. Auch wenn Sulaiman zuvor nur in der Kreisliga Heidekreis spielte, betont Löbel: „Er hat viel Qualität. Wir werden sehen, wie wir ihn künftig integrieren.“ Der Vereinschef betonte in diesem Zusammenhang: „Die Saison ist lang und wir brauchen einen breiten Kader. Wir können nicht nur mit zwölf Leuten in die Spielzeit gehen.“

Das wurde auch einmal mehr in Bezug auf das heutige Testspiel deutlich. Denn eigentlich wollte der SV Förderstedt vor eigener Kulisse gegen Eintracht Winningen testen. „Wir mussten aber leider absagen, da wir nicht genug Personal haben“, klagt Löbel.