Salzlandkreis l Der Gastgeber aus der Kreisstadt fand recht schnell seinen Spielfaden und machte in vielen Szenen gewaltig Druck auf das Gästetor. Die Wolmirsleber konnten zwar eine gute defensive Spielanlage aufweisen, dennoch gab es mehrfach Lücken und Chancen für die Heimmannschaft. Stefan-Claus Thol belohnte den Mehraufwand der Gastgeber nach nur 14 Minuten mit dem ersten Tor des Tages.

Die Gäste hatten anschließend große Mühe, Ordnung in ihr Spiel zu bringen. Der angedachte Konterfußball verpuffte recht früh, so geriet das Einheit-Tor nur in Folge von Standards des SV Wolmirsleben in Gefahr. Doch das Spielgeschehen fand bis zur Pause weiterhin meist in der Gästehälfte statt. Dabei fehlte es der Einheit-Mannschaft zwar zu oft an zündenden Ideen, um den Abwehriegel der Gäste zu knacken. Dennoch gab es einige verheißungsvolle Chancen zur Erhöhung, denen in der Gefahrenzone allerdings das finale Zusammenspiel oder der platzierte Abschluss fehlte. Der Gast aus Wolmirsleben war gemessen am Spielverlauf zur Pause mit dem knappen Rückstand recht gut bedient.

Leben und Farbe brachte dann aber Hälfte zwei ins Match – der zur Pause eingewechselte Tobias Gronau konnte dazu jedoch nur wenig beitragen. Nach einer „Ampelkarte“ nach nicht einmal 180 Sekunden musste er den Platz nach kurzer Zeit wieder verlassen. Der Platzverweis schien die Gäste aber mehr zu beflügeln, als zu hemmen, denn der SVW machte nun gewaltig Druck auf das Einheit-Tor und wollte unbedingt den Ausgleich. Zur Pause hatte Wolmirsleben seine Defensivhaltung aufgegeben, wechselte sichtbar offensiv. So kam Einheit-Keeper Eric Käding mehrfach zu starken Szenen, um den Ausgleich zu verhindern. Aber über kämpferischen Einsatz – der nun immer mehr von allen Spielern gefragt war – und Willen fand das Heimteam seinen Spielfaden wieder. Inzwischen war bei „Zehn-gegen-zehn“ nach der Gelb-Roten-Karte für Steven Christmann auch mehr Platz auf dem Spielfeld. Mehrfach war der zweite Bernburger Treffer möglich, „er musste sogar fallen“, so Einheit-Sportleiter Lothar Kral. Aber die Angreifer Alexander Rettinger und Mohammad Wais zeigten Nerven. „Das 2:0 hätte uns sicherlich den Weg zum Dreier geebnet“, resümierte Kral.

Aber immer mehr ging beim Gastgeber der Faden verloren, was auch an nachlassenden Kräften und den vielen Wechseln lag. Ein System war bei Bernburg nicht mehr zu erkennen. Dagegen warf der Gast – trotz erneuter Unterzahl – immer mehr seine kämpferischen Fähigkeiten ins Match, legte einen starken Endspurt hin und belohnte sich – wenn auch glücklich – mit dem späten Ausgleich. „Für uns ist es eher eine gefühlte Niederlage“, lautete das Schlussfazit von Bernburgs Lothar Kral.