Staßfurt l Doch bereits in der ersten Halbzeit hatte sich abgezeichnet, wohin sich die Partie entwickeln würde. Während Saxonia-Torwart Dave Kuß kaum in Kontakt mit dem Ball kam und in den ersten 45 Minuten nur einmal ernsthaft eingreifen musste, hatte die 09-Defensive kaum Verschnaufpausen, um sich von den Angriffen der unermüdlichen Altmärker zu erholen. Einzig der Chancenverwertung der Gäste war es geschuldet, „dass wir zur Pause nicht mit zwei oder drei Toren hinten lagen“, resümierte Staßfurts Trainer Patrick Stockmann nach der Partie.

Tangermünde ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen, wer die spielbestimmende Mannschaft war und brachte Marco Janich im Tor der Bodestädter immer wieder in Bedrängnis. Es war eine „Machtdemonstration von Tangermünde“, so Stockmann, bei der sein Team zum Zuschauen verdammt war.

Nach dem Seitenwechsel keimte bei den Gastgebern doch noch einmal so etwas wie Hoffnung auf. In „unserer einzigen Druckphase im ganzen Spiel“, so Stockmann, kam der SV 09 in den ersten zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff immer wieder gefährlich vor das Saxonia-Tor, nur um sich im entscheidenden Moment für den Pass zum Mitspieler zu entscheiden, statt den Abschluss zu suchen. „Und dann fängst du dir so eine Kirsche.“ Was Stockmann meinte, war das erste Gegentor in der 57. Minute, als Tangermündes Philipp Kühne den etwas zu weit herausgeeilten 09-Keeper Janich mit einer Bogenlampe ins lange Eck überwinden konnte.

Kurze Druckphase ist nicht genug

In der Folge war jegliches Momentum, was sich gerade für die Heimmannschaft aufgebaut hatte, wie verflogen. Die Offensivbemühungen wurden fast komplett eingestellt oder vom Gegner frühzeitig unterbunden. Die Partie spielte sich stattdessen wieder fast ausschließlich vor dem Staßfurter Tor ab. Und nun wussten sich die Gäste für ihre Bemühungen zu belohnen. Alexander Klitzing legte nur vier Minuten später das zweite Tor nach. In Spielminute 64 machte er mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 bereits frühzeitig alles klar. „Tangermünde geht einen ähnlichen Weg wie wir mit jungen Spielern. Man hat allerdings gesehen, dass sie uns zwei bis drei Jahre voraus sind“, erklärt der 09-Coach.

Als Kühne eine Viertelstunde vor dem Abpfiff das vierte Tor für Saxonia erzielte, hielten sich die Jubelrufe bei den mitgereisten Fans im Rahmen. Zu einseitig waren die vorherigen 20 Minuten verlaufen. Der Treffer zum 0:4-Endstand nur noch eine Frage der Zeit. Der Fehlstart für den SV 09 Staßfurt ist mit der zweiten Zu-Null-Pleite in Folge perfekt, doch Stockmann möchte das Ergebnis nicht zu hoch hängen. „Es war kein gutes Spiel von uns, keine Frage. Aber selbst wenn wir einen Sahnetag erwischt hätten, wäre kaum etwas möglich gewesen gegen einen fußballerischen und willensstärkeren Gegner.“

Nun heißt es, die Partie abzuhaken und den Blick nach vor zu richten, denn insbesondere mit dem MSC Preussen am kommenden Wochenende werden die Gegner für die Bodestädter nicht einfacher. „Heimniederlagen sind immer ärgerlich, besonders, wenn einige Sponsoren und der Oberbürgermeister zu Gast sind. Aber ich denke, wir können das Ergebnis gut einordnen“, so der Trainer. In seinen Augen hat man gegen die favorisierten Landeshauptstädter „nichts zu verlieren“ und wird die Partie somit ohne Druck angehen.