Bismark/Staßfurt l Souverän ist anders. Doch was zählt, sind für den SV 09 Staßfurt unter dem Strich die Punkte. Und davon gab es erneut drei an der Zahl beim Auswärtssspiel in der Fußball-Landesliga Nord beim TuS Bismark. Doch die Staßfurter mussten um den vierten Sieg in Serie ganz schön zittern.

Dabei sah es in der ersten Hälfte überhaupt nicht danach aus. Die Gäste hatten den Gegner „von der ersten Minute an im Griff“, berichtete SV 09-Coach Jens Liensdorf. „Bismark wollte zwar, aber ihnen fehlte das Selbstvertrauen“, sagte er über den Tabellenletzten. „Bei uns lief es top.“ Defensiv hatten die Staßfurter fast nichts zu tun, nur einen Schuss musste Tobias Witte in der ersten Hälfte parieren.

Und vorn? Da klingelte es nach nicht mal einer Viertelstunde. Tim Witte brachte eine Flanke von halbrechts in den Strafraum, wo TuS-Keeper Niklas Kannenberg überhastet herauseilte. Routinier Matthias Härtl erkannte die Situation, kam vor ihm an den Ball und köpfte die Kugel zum 1:0 in die Maschen (14.). Nur sechs Minuten später erhöhten die Bodestädter auf 2:0. Schiedsrichter Benedict Ohrdorf zeigte nach einem Foulspiel an Nick Unger auf den Punkt. Benjamin Kollmann platzierte den fälligen Strafstoß zum 2:0 in die linke Ecke (20.).

Pausentee

Doch während die Gäste bis zur Pause, ohne große Chancen, das dominante Team blieben, gaben sie das Zepter im zweiten Durchgang etwas aus der Hand. Das lag in erster Linie daran, dass die Schwarz-Weißen zum schnellen Anschlusstreffer kamen. Eine Flanke von Carlo Rämke verwertete Michael Metzger, der sich im Kopfballduell gegen David Siegel durchsetzte. „Das Gegentor war vermeidbar, David hätte da aktiver werden müssen“, schätze Liensdorf ein, der dann beobachten musste: „Bismark hat danach alles in die Waagschale geworfen, sie haben keinen Zentimeter hergegeben und aufopferungsvoll gekämpft. Wir sind ganz schön ins Schwimmen gekommen.“ Denn einige brenzlige Situation im Staßfurter Strafraum gab es noch zu überstehen. Doch Witte zeichnete sich durch mehrere Paraden aus. Und so sollte Bismark kein Tor mehr gelingen.

Doch auch den Gästen nicht, obwohl sich viele Räume nach Kontern boten. Kollmann war frei durch und scheiterte am Torwart (66.). Auch Härtl hatte sehr viel Freiraum auf dem Weg Richtung Tor, legte sich jedoch den Ball zu weit vor (80.). Auch der eingewechselte Marc Burdack tat sich mit der endgültigen Entscheidung so schwer wie die beiden Torjäger und scheiterte in den Schlussminuten ebenfalls. „Wir hätten eine dieser Chancen nutzen müssen“, klagte Liensdorf, der unter dem Strich von einem „verdienten Sieg“ spricht.

In seiner Analyse muss er aber ein bisschen differenzieren. Zum einen ärgert es den Coach, dass sein Team ein sicheres Spiel „unnötig nochmal spannend gemacht“ hat und ergänzt: „Wir hätten das Spiel auch nach dem 2:1 weiter kontrollieren müssen, doch das klappte nicht. Daraus müssen wir lernen.“ Auf der anderen Seite freut es Liensdorf aber, dass „wir solche Spiele momentan für uns entscheiden“. Die 09er haben einen Lauf. Mit dem vierten Sieg in Folge stehen sie auf dem zweiten Rang. „Die Konkurrenz hat gestrauchelt, das nehmen wir gerne mit.“

SV 09: Tobias Witte - Tim Witte (56. Nagel), Jeewe, Unger, Härtl, Jesse, Siegel, Kollmann (77. Burdack), Möller (65. Abresche), Stachowski, Oehme

Tore: 0:1 Matthias Härtl (14.), 0:2 Benjamin Kollmann (20. FE), 1:2 Michael Metzger (55.), SR: Benedict Ohrdorf (Süplingen), ZS: 28