Staßfurt l Tabellarisch gesehen, reist der SV 09 Staßfurt am Sonnabend klar favorisiert in die östliche Altmark. Beim Möringer SV, der aktuell mit sieben Punkten Tabellenplatz acht der Fußball-Landesliga belegt, scheint der Rangzweite aus der Bodestadt den drei Punkten auf dem Papier deutlich näher zu sein als der Aufsteiger. Doch auch wenn man im Lager der Staßfurter auf einen Sieg aus ist, dürfte es eine umkämpfte Partie werden.

Über die Spielweise des MSV weiß 09-Coach Jens Liensdorf so gut wie nichts. Der Fokus des Übungsleiters liegt aber auch eher auf der eigenen Mannschaft. „Wir wollen drei Punkte holen, aber dazu haben wir erstmal noch Baustellen im eigenen Hause abzuarbeiten“, schildert Liensdorf metaphorisch das, was ihm zuletzt bei seiner Elf nicht gefiel. Denn auch wenn den Staßfurtern jüngst eine furiose Aufholjagd und nach 0:3-Rückstand ein 3:3 gegen Tabellenführer SSV Gardelegen gelang, gilt es für die 09er, sich noch zu verbessern. Keine Frage, der Punktgewinn in letzter Minute hat am vergangenen Wochenende viel Selbstvertrauen gebracht, aber auch wichtige Erkenntnisse: „Wir müssen unsere Leistung endlich mal über 90 Minuten abrufen und nicht nur über 45 oder 60. Es ist schön, dass wir nachgewiesen haben, dass wir konditionell was drauf haben, aber das hilft uns nicht immer“, weiß Liensdorf.

Abwehr als Schwachpunkt

Als weiteren Schwachpunkt sieht Liensdorf derzeit die Abwehr. „Wir müssen mehr Sicherheit im Defensivverbund bekommen und damit in unser gesamtes Spiel. Fünf Gegentore in zwei Spielen waren zuletzt einfach zu viel.“ Eine gute Abwehrleistung wird auch vonnöten sein, um den angestrebten Sieg einzufahren. Denn die Möringer können ihre größten Stärken in der Offensive aufbieten. Gutes Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff sowie pfeilschnelle Außenspieler charakterisieren das Spiel der Altmärker. „Sie sind gut in die Saison reingekommen. Nach den letzten beiden Ergebnissen ist die ganz große Euphorie aber sicher erstmal ein bisschen gewichen“, vermutet Jens Liensdorf mit Blick auf den Kontrahenten. Dieser geht mit Respekt in die Partie: „Staßfurt ist für mich ein Staffelfavorit und damit für uns ein schwerer Gegner. Unser Vorteil ist, die Staßfurter kennen uns nicht“, sagte Philipp Dieckmann, der Möringer Trainer im Vorfeld der Partie.

Angepfiffen wird die Partie von Schiedsrichterin Patrizia Egner übrigens nicht, wie üblich, um 15 Uhr, sondern schon zwei Stunden früher. „Unsere Vereinsbusse werden am Abend benötigt, deshalb hatten wir darum gebeten. Es ist schön, dass das unkompliziert geklappt hat“, erklärte Jens Liensdorf.