Staßfurt l Ein bisschen zuckt Matthias Härtl noch zusammen, wenn er hört, dass der kommende Gegner der SSV Gardelegen ist. Gegen die Altmärker zog sich der Stürmer des SV 09 Staßfurt in der Landesliga-Hinrunde der Vorsaison nach einem rüden Foul eines SSV-Spielers einen Schlüsselbeinbruch zu. Deshalb sagte er damals sogar das Rückspiel ab, weil er dem Risiko einer erneuten Verletzung aus dem Weg gehen wollte. Ob er auch vor dem kommenden Aufeinandertreffen, morgen um 15 Uhr auf dem Edgar-Stein-Spielfeld im Stadion der Einheit, wieder Kummer hegt? Nein.

Oder zumindest nicht so viel, dass er nicht auflaufen möchte. Und darüber freuen sich die Verantwortlichen und Fans des SV 09 sehr, können sie ihren routinierten Goalgetter im Spitzenspiel der Landesliga Nord doch bestens gebrauchen.

Ja, auch da besteht eine Parallele zur Vorsaison. Schon damals zählten beide Duelle der Staßfurter und Gardelegener zu Topspielen, die jeweils das Heimteam mit 2:1 gewinnen konnte. „Für uns ist das keine neue Situation. Wir gehörten ja in letzter Zeit oft zu den Teams, die an Topspielen beteiligt waren“, lässt 09-Coach Jens Liensdorf einerseits selbstbewusst verlauten. Anderseits ist dem Coach aber auch bewusst: „Leider haben wir oft nicht so positive Erfahrungen gemacht. Wir wollen unsere Statistik diesbezüglich etwas gerade rücken.“

Klar, der gute Start mit vier Siegen aus den ersten vier Spielen soll, nach der 1:2-Pleite in Ilseburg vor Wochenfrist, nicht komplett vermiest werden. Und dafür wären Punkte gegen die Gardelegener wichtig, damit diese nicht frühzeitig in der Saison davonziehen. „Die Saison ist zwar noch nicht alt, aber es zeigt sich ja schon, wo es für die Vereine hingeht“, so Liensdorf. Und seine 09er und die Gardelegener werden wohl wieder oben mitspielen. Entsprechend sieht der Coach die Chancen gegen einen „starken Konkurrenten“ auch ausgeglichen. „Auch die Spiele in der Vorsaison waren sehr knapp und umkämpft“, erinnert er sich. „Es ging in beiden Spielen ganz schön zur Sache. Deshalb sollte auch der Schiedsrichter am Sonnabend einen kühlen Kopf bewahren. Wir müssen ebenfalls die Ruhe bewahren.“

Beim 2:1-Heimsieg waren die Staßfurter auch nicht unbedingt besser, kamen durch zwei verwandelte Strafstöße von Felix Jesse aber zum dreifachen Punktgewinn. Damit das erneut gelingt, fordert der Trainer zwei recht simple Dinge. Erstens muss „die Einstellung passen und wir müssen den Kampf annehmen“, macht Liensdorf klar. „Es wäre die verkehrte Devise, wenn wir schönen Fußball zeigen würden. Von der ersten Minute an muss die Leidenschaft Priorität haben.“

Zweitens verlangt der Coach auch klipp und klar eine Steigerung in der Effektivität. Die vielen vergebenen Chancen kosteten in Ilsenburg den Sieg. „Das bleibt eine Seuche, die wir nicht abschütteln können“, beschreibt der Coach, ordnete aber kein extra Schusstraining an. „Wir trainieren das schon, seit ich hier bin. Im Training klappt es auch immer. Aber wir dürfen im Spiel nicht so verkrampft vor dem Tor sein.“ Gerade in einem solchen Topspiel wie morgen, wenn die Staßfurter wahrscheinlich nicht so viele Chancen bekommen werden. Eine große Rolle wird dabei eben auch Härtl spielen, der genau wie Gardelegens Sascha Enrico Gütte schon sieben Tore auf dem Konto hat.