Staßfurt l Dabei befand man sich schon das zweite Jahr in Folge mitten in den Planungen, um den Anhängern des Vereins einen besonderen fußballerischen Leckerbissen zu bescheren. „Wir wollten natürlich einen großen Gegner an die Hecklinger Straße locken, um dieses Jubiläum gebührend zu feiern“, bestätigte auch Patrick Stockmann, Sportlicher Leiter und Trainer bei den Bodestädtern, dass ein großes Highlight in den Startlöchern stand.

Wer dabei der Gegner des Tabellenzehnten der Landesliga, Staffel Nord, hätte sein sollen? Das liegt für Stockmann auf der Hand. „In unserer Region gibt es da eigentlich nur einen Namen. Der FC Bayern war es nicht, so viel kann ich sagen“, so der Übungsleiter lachend. Er meint natürlich den 1. FC Magdeburg aus der dritten Fußballliga. Bereits in der vergangenen Saison hatte sich der Verein zum 110. Geburtstag darum bemüht, die Landeshauptstädter nach Staßfurt zu locken, „doch damals hatten sich so viele Vereine darum bemüht, dass das nicht geklappt hat“. Das runde Jubiläum musste ohne prominenten Gast gefeiert werden.

In diesem Jahr waren die Vorzeichen besser. „Wir waren in guten Gesprächen mit den Magdeburgern, auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern war“, bestätigt Stockmann. „Doch jetzt ist die ganze Situation natürlich erst einmal hinfällig.“ Auf Grund des Coronavirus sind vorerst alle Sportplätze gesperrt, der Spielbetrieb ausgesetzt. Planungen für ein Vereinsjubiläum erübrigen sich deshalb vorerst. Zumindest in der ersten Jahreshälfte wird es dazu nicht kommen. Getreu dem Motto „Alle guten Dinge sind drei“ wollen es die Vereinsverantwortlichen im kommenden Jahr noch einmal probieren, den großen „Nachbarn“ an die Hecklinger Straße zu locken. „Auch wenn das Jubiläum dann kein ganz so besonderes mehr ist“, wie Stockmann anfügt.

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Vorstellen kann er sich aber auch, dass das Spiel zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt wird, wenn sich die Situation etwas beruhigt hat. „Darüber muss man zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht spekulieren. Das wird sich alles erst in einigen Monaten zeigen. Der 1. FCM kommt natürlich auch nicht für umsonst zu solchen Freundschaftsspielen.“ Deshalb muss sich erst noch zeigen, wann ein Nachholen möglich ist.

Doppelt bitter ist die Situation für die Bodestädter, da neben dem Jubiläumsspiel noch eine weitere große Partie auf der Kippe steht. Die zweite Mannschaft der 09er, die in der Kreisoberliga auf dem fünften Platz steht, ist zudem in das Halbfinale des Salzlandpokals eingezogen und hätte in diesem eigentlich am 29. März gegen den Liga-Konkurrenten TSG Unseburg/Tarthun spielen sollen. „Natürlich wäre das für unsere Zweite ein Highlight gewesen“, so Stockmann in seiner Funktion als Sportlicher Leiter. „Es wäre sehr schade für die Jungs, wenn sie auf Grund eines Abbruchs jetzt um diese Chance gebracht werden.“

Erfolgreiche Historie

Ein weiterer Pokalsieg, nachdem dieser zuletzt 2017 ebenfalls im Salzlandpokal gelang, hätte sich hervorragend in die lange und erfolgreiche Historie der Salzländer eingereiht und käme genau zum richtigen Zeitpunkt, nachdem der Verein zuletzt nicht nur positive Schlagzeilen gemacht hat. Doch ob die Landesliga-Reserve die Möglichkeit erhalten wird, diesen Titel zu erringen, steht vorerst in den Sternen. Letztlich entscheiden der Fußballverband Sachsen-Anhalt, der Kreisfachverband Fußball Salzlandkreis und die amtlichen Behörden darüber, ob die verbliebenen Partien noch ausgespielt werden.

Doch selbst, wenn es nicht dazu kommen sollte, kann der SV 09 Staßfurt auf eine mit Erfolgen gepflasterte Historie zurückblicken. Gerade in der jüngeren Vergangenheit fand diese nach mehreren Aufstiegen in die höchste Spielklasse Sachsen-Anhalts ihren vorläufigen Höhepunkt. Besonders stolz können die Staßfurter dabei auf ihre gute Jugendarbeit sein. Nahezu alle Nachwuchsteams spielen auf Landesebene eine gute Rolle. Einige A-Junioren, die in ihrer Altersklasse Tabellenfünfter der Landesliga II sind, helfen bereits in der ersten Männermannschaft aus. Die Zukunft für die nächsten 111 Jahre Fußball in der Salzstadt sieht gut aus. Einzig auf das große sportliche Highlight müssen die Staßfurter wenigstens ein weiteres Jahr warten.