Staßfurt l Erst als zweiter Verein nach dem TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens in den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 erreichte die Zentrale Landessportgemeinschaft Atzendorf zweimal in Folge eine Finalteilnahme im Pokalwettbewerb des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Salzlandkreis. Doch wie schon im Vorjahr reichte es erneut nicht zum großen Wurf. Abermals mussten sich die Atzendorfer im Endspiel geschlagen geben. Dass dieses erneut im Staßfurter Stadion der Einheit stattfand, machte das Déjà-vu perfekt.

Dabei hatte die ZLG-Elf vor allem im Elfmeterschießen gleich zweimal die Entscheidung auf dem Fuß, doch den Atzendorfer Schützen versagten die Nerven. Zuvor bestimmte der FSV deutlich die erste Halbzeit und verpasste durch viele ausgelassene Chancen eine Vorentscheidung. Hälfte zwei lebte nach dem Seitenwechsel weitgehend von Kampf und Einsatz beider Teams und verlief recht ausgeglichen. Steffen Linsdorf glich die Nienburger Führung durch Adem Heric (24.) nach einer Stunde aus.

In der Verlängerung war kaum noch Leben im Spielgeschehen, weil viele Akteure ihre körperliche Grenze bereits deutlich überschritten hatten. Somit musste in der zwölften Ausgabe des Salzlandpokals erstmals ein Entscheidungsschießen den Sieger des Wettbewerbs bestimmen. Hier konnte Atzendorf zunächst deutlich vorlegen, da die ersten FSV-Schützen Nerven zeigten. Die ZLG sah schon wie der Sieger aus, doch Tony Adam rettete sein Team als fünfter Schütze in die nächste „Verlängerung“.

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Und in dieser fehlte den ZLG-Akteuren sowohl das nötige Glück, als auch Können. FSV-Trainer Rene Schulze, bis 2015 Coach der erfolgreichen Mannschaft des SV 09 Staßfurt, bewies in seinem ersten Jahr in Nienburg ein weitaus glücklicheres Händchen – vor allem mit seinen Einwechslungen. Alle vier traten vom „Punkt“ an und trafen. Und während die FSV-Kicker in ihren mitgebrachten Pokalsieger-Shirts jubelten, sah man bei den Atzendorfern wie im Vorjahr hängende Köpfe. „Marcel schießt sonst immer flach, wirklich immer“, sagte Bernhard Knoll, Sportlicher Leiter in Atzendorf, mit enttäuschter Stimme, nachdem Marcel Maier den entscheidenden Strafstoß über das Tor geschossen hatte.

Gleich zwei verdiente Sportfreunde gaben zudem an diesem Abend ihren Abschied. So beendete ZLG-Trainer Heinz Weile seine lange Trainerlaufbahn und auch Schiedsrichter Eckhard Skorsetz, der die Partie gewohnt souverän über die Bühne gebracht hatte, hängte die Pfeife nach über 25-jähriger Tätigkeit an den Nagel. Er war der bisher einzige Unparteiische, der zwei Salzlandpokalspiele (2008 und 2019) leitete.