Staßfurt l Patrick Schliwa hat gestern einmal kräftig durchgeatmet. Der Präsident des HV Rot-Weiss Staßfurt durfte die Verpflichtung von Alexander Ernst verkünden. Damit kommt ein Spieler in die Merkewitz-Halle zurück, der schon große Teile seiner Karriere im Staßfurter Trikot verbracht hatte. Ernst wechselt mit sofortiger Wirkung vom Sachsen-Anhalt-Ligisten SV Eiche Biederitz zum Team aus der Mitteldeutschen Oberliga.

Gestern nahm Schliwa den Kontakt auf. Und schon heute ist der 29-Jährige für die Staßfurter spielberechtigt. Denn bei den Biederitzern absolvierte er sein letztes und einziges Spiel in der Saison am 23. September gegen TuS Radis. Deshalb ist die vierwöchige Sperrfrist kein Hindernis. Da die Staßfurter an diesem Wochenende aber kein Spiel vor der Brust haben, darf sich Ernst noch eine Woche im Training einleben.

Den Verein kennt er jedoch schon bestens. Von 2008 bis 2016 spielte er bereits für den HV Rot-Weiss. „Wir haben schon vor der Saison mit ihm gesprochen, da hatte er sich aber noch für Biederitz entschieden“, verrät Schliwa. „Jetzt hatte er aber mitbekommen, das wir arge Personalprobleme haben und will uns helfen.“ Und das lässt die Zuversicht für die kommenden Wochen nicht nur beim Präsidenten der Staßfurter wieder wachsen. „Er war jahrelang beim Verein und will uns nun etwas zurückgeben.“

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Stammposition Halblinks

Doch auf was für einen Spieler kann sich der HV Rot-Weiss da freuen? Der Rechtshänder bringt eine Körpergröße von 1,94 Metern mit und seine Stammposition ist Halblinks. „Er kann aber auch Halbrechts spielen. Er soll damit unsere Rückraumspieler entlasten“, sagt Schliwa. Denn Nils Hähnel und Sebastian Retting mussten zuletzt, auch aufgrund der Sperre gegen Cosmin Tiganasu, immer durchspielen. Ernst bringt eine ähnliche Statur wie die beiden mit und überzeugt mit guten Würfen. Aber auch defensiv: „Er sorgte immer für Stabilität in der Deckung“, erinnert sich Schliwa.

Der 29-Jährige lebt und arbeitet nach wie vor in Staßfurt, was es für ihn ohnehin leichter macht. Zudem sollte er bei der Integration in das Team keinerlei Probleme haben. Die meisten Akteure kennt er noch aus seiner früheren Zeit beim HV Rot-Weiss. „Wir freuen uns sehr, dass er sich für diesen Schritt entschieden hat“, ist Schliwa die Erleichterung anzumerken. Denn vor der Saison hatte der Präsident die Personalsituation nicht als so akut eingeschätzt. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir solche Probleme bekommen. Die Fehler in der Personalplanung muss ich mir auch auf meine Fahne schreiben.“

Doch nun hat sich die Situation zumindest etwas entspannt. Sind noch weitere Transfers geplant? „Ja, wir haben noch einen Spielervermittler eingeschaltet“, verrät Schliwa. Der drohende Abstieg soll mit aller Kraft verhindert werden. Bereits gegen den HC Burgenland am kommenden Wochenende soll Ernst im Kader stehen.

Und bis dahin? Wie wird das spielfreie Wochenende genutzt? Mit einem Testspiel? Nein, das wäre nach der „großen Belastung“ zu viel, meint Schliwa. Stattdessen waren die Spieler gestern gemeinsam beim Volksfest „Staßfurt in Flammen“, um den Teamgeist zu stärken. Und dort führte auch Ernst sicher ein paar interessante Gespräche.