Staßfurt (ihe/duh) l Eigentlich hätte die Begegnung zwischen den Staßfurtern und dem SV Eiche Biederitz bereits am 6. Oktober in der Salzland- Sporthalle über die Bühne gehen müssen, doch bei den Biederitzern schlug die Ausfallquote im Kader an dem besagten Wochenende besonders hart zu. Ein eingereichter Verlegungsantrag der Biederitzer fand auch aufgrund der Kürze der Zeit auf Staßfurter Seite auf keine Gegenliebe, so dass nun für das Rückspiel der §50 SpO DHB (Spieldrehung) greift.

„Das ist nur fair“, schätzt Sebatian Retting ein. „Wir mussten ja auf die Einnahmen verzichten.“ Doch die bekommen sie nun. Und dazu den Heimvorteil. Bei diesem nun erstmaligen Aufeinandertreffen befinden sich die Biederitzer natürlich nicht nur wegen des Verlustes des Heimrechtes klar in der Außenseiterrolle. Der HV Rot-Weiss untermauerte zuletzt seine hohen Ambitionen und meldete sich nicht nur aufgrund des souveränen 34:27 gegen Wittenberg/Piesteritz trotz der Abwesenheit ihres Haupttorschützen Robert Reiske im wieder spannender gewordenen Titelrennen eindrucksvoll zurück.

Die Bodestädter wollen nun, im zweiten von drei Heimspiel en am Stück, den 13. Saisonerfolg einfahren. „Wir wollen an das Spiel aus der Vorwoche anknüpfen. Spielerisch haben wir einen Schritt nach vorn gemacht. Auch der Abschluss war besser“, merkte Retting an. Das leidige Thema der mangelnden Chancenverwertung, der Hauptgrund für die Punktverluste gegen Langenweddingen (30:30) und beim Derby in Calbe (16:19), scheint zunächst abgehakt. Auch wenn sich die Rot-Weissen keinesfalls auf den einen Sieg ausruhen wollen. Vor allem mit Blick auf das parallel stattfinde Topspiel zwischen der TSG Calbe (1.) und der SG Spergau (2.), in dem sich ein Team weiter absetzen könnte, muss auch Staßfurt punkten, um im Aufstiegsrennen dran zu bleiben. Eine einfache Aufgabe erwartet Retting aber nicht, auch wenn es sein Team mit einem Abstiegskandidaten zu tun bekommt. „Wir müssen uns strecken und alles anbieten. Biederitz ist gut besetzt.“ Und damit meint der Spielertrainer nicht nur den besten Torschützen der Liga, Christoph Frank (138 Tore). „Auf ihn müssen wir besonders achten, aber wir dürfen auch die anderen Spieler nicht unterschätzen.“ Auch vor Mittelmann Sören Große, Außenspieler Marcus Tysack oder Keeper Andreas Wichmann sind die Hausherren gewarnt.

Trotz allem Respekt liegt die Favoritenrolle aber klar beim HV Rot-Weiss. Das sieht auch die Gegenseite so. „Wir stehen vor einer superschweren Aufgabe. Mit der zuletzt abgerufenen Leistung werden wir dort keinen Blumentopf gewinnen“, ist sich der Biederitzer Trainer Enrico Sonntag, der wie Rückraum-Shooter Frank eine Staßfurter Vergangenheit hat, um die Schwere der Aufgabe vollauf bewusst. Dabei dürfte Sonntag in erster Linie auf die vielen einfachen Fehler im Spielaufbau, aber auch an die große Fluktuation im Abschlussverhalten gedacht haben. „Wir wollen über eine starke Deckung zu unserem eigenen Spiel finden und uns achtbar aus der Affäre ziehen“, gibt Sonntag als Hauptziel vor. Retting hingegen gibt sich für das Duell optimistisch: „Wir wollen unseren Zuschauer ein gutes Spiel bieten. Und das wird Biederitz merken.“