Aschersleben/Staßfurt l Wer einen Beweis dafür benötigte, dass Sven Liesegang das Megawoodstock in Aschersleben in erster Linie als Bühne für die Neuzugänge benutzte, musste sich nur die Aufstellung des HV Rot-Weiss Staßfurt gegen den HC Aschersleben anschauen. Denn im prestigeträchtigen Derby setzte der Staßfurter Coach keinesfalls auf bekanntes Personal, sondern begann mit allen vier Neuzugängen in der Startsieben. „Wir wollten den neuen und jungen Spielern viel Einsatzzeit geben“, verriet auch Co-Trainer Andreas Stops. „Wir haben das Potenzial bei allen Spielern gesehen.“

Und die Neuzugänge Martin Strnad und Robert Reiske sind dabei nicht nur den Staßfurtern positiv aufgefallen, sondern auch Oliver Roggisch, dem Team-Manager der deutschen Nationalmannschaft, der sie für das Allstar-Team am Abend nominierte. Von den Ergebnissen überzeugten die Rot-Weissen aber noch nicht. Gegen die beiden höherklassigen Teams aus Spandau und Aschersleben setzte es in der Vorrunde drei Niederlagen aus vier Spielen. „Ein paar Kleinigkeiten müssen noch besser werden“, fordert Stops. „Es muss noch mehr Spielfluss reinkommen und wir müssen geschlossener auftreten.“

Beim Spiel um Platz fünf am Sonntag ging es für RWS dann gar nicht so sehr darum, die Rote Laterne zu vermeiden. Immerhin probierte sich der Oberliga-Absteiger taktisch nochmal aus. „Wir haben mal offensiv gedeckt“, so Stops. „Da hatten wir ja mal die Möglichkeit, es ging ja nicht um Punkte.“ Und die Spieler setzten es gut um, konnten das Spiel sogar knapp mit 9:8 gewinnen. Und ganz unzufrieden sind die Staßfurter trotz des vorletzten Platzes nicht. Immerhin wurde ihnen aufgezeigt, was es noch für Baustellen bis zum Ligastart gibt.

Besser abgeschnitten hat die weibliche „Handball-Delegation“ aus der Bodestadt. Aha! Salzland 06 landete von den zehn weiblichen Teams auf dem vierten Rang. „Wir sind insgesamt sehr zufrieden und hätten überhaupt nicht damit gerechnet“, fasste Coach Tobias Ortmann zusammen.

Vor allem am Sonnabend trotze das Team aus ehemaligen und aktuellen Spielerinnen des HC Salzland den heißen Sommertemperaturen und fuhr nur Siege ein. Weil am Sonntagmorgen aber ein bisschen Wasser vom Himmel kam und es „kritisch“ wurde auf dem Holzboden, bestritt Salzland das letzte Gruppenspiel in der Halle und verlor in verkürzter Spielzeit knapp mit 2:3 gegen Grün-Weiß Werder.

Es folgten zwei weitere Pleiten im Halbfinale und im Spiel um Platz drei. Doch auch die „Holzmedaille“ konnte Aha! das Wochenende nicht verderben. „Es war wieder ein super Wochenende“, freute sich Ortmann. Und mit dem Weltrekordversuch mit Silvio Heinevetter, der glückte, kam wieder ein neues Element dazu. „Es wird von Mal zu Mal besser.“ Sicher werden die Staßfurter auch im kommenden Jahr wieder am Megawoodstock teilnehmen.