Staßfurt l Nach Abstimmungsschwierigkeiten hatte sich das Team gefunden. Fünf Spielerinnen hören nun auf. Die Tränen nach dem freiwilligen Rückzug aus der dritten Liga im vergangenen Jahr flossen zahlreich. Wo würde die Reise des HC Salzland 06 hingehen? Was passiert jetzt? Nun ist eine Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga für die bunt zusammengewürfelten „Wildgänse“ vergangen. Und es lässt sich sagen: Vieles lief gut, manches brauchte seine Zeit, einiges kann besser werden. Der fünfte Platz ist gut, aber nicht optimal. „Mancher im Umfeld hatte von einem Wiederaufstieg geträumt“, meint Trainer Stefan Rähm. „Aber das war nicht so einfach. “ Schließlich mussten sechs Spielerinnen aus der alten Drittliga-Mannschaft mit Spielerinnen aus der ehemaligen Reserve in der Bezirksliga zusammen funktionieren. „Die Abstimmung untereinander musste gefunden werden“, meint Rähm. „Manche dachten: Sie können es alleine, andere haben an sich selbst gezweifelt.“ Zwei Deckungssysteme mussten zum Beispiel zusammengebracht werden. „In der Bezirksliga wird nicht so direkt gedeckt. In der Sachsen-Anhalt-Liga ist das alles viel schneller“, sagt Rähm.

Welten prallen aufeinander

Da prallten also zwei Welten aufeinander. In den ersten drei Saisonspielen gab es keinen Sieg, danach dann aber auch sechs Erfolge aus sieben Spielen. Das war der Beweis. Diese Mannschaft hat Potenzial. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden“, sagt Rähm. „Die Heimspiele liefen fast alle sehr gut.“ Auch wenn für ihn persönlich manchmal schwer war. „Es war eine ganz schöne Umstellung.“ Rähm trainierte vorher die Reservemannschaft. Der Aufwand war nun höher, die Reisen gingen weiter. „Da hab ich schon mal überlegt, ob ich weitermache“, sagt Rähm. Dieses Gedankenspiel hat er aber verworfen. „Es war ja auch eine Bereicherung und hat Spaß gemacht. Ich bereue es nicht.“ Und Spielerinnen wie Theresa Hähnel oder Jo-Ann Brunne haben sich toll entwickelt.

Fünf Abgänge

Klar ist aber: Stephanie Jäger, Carolin Beck, Jessica Zeidler, Cordula Block und Stefanie Rähm hören mit Handball auf. „Besonders Stephanie Jäger ist ein schwerer Verlust. Da müssen wir gucken, wie wir das kompensieren.“ Weil der Kader aber sehr groß war und mit Stevie Mittwollen vom Ligarivalen Lok Schönebeck auch ein Neuzugang feststeht, wird der Kader noch immer 16 Spielerinnen umfassen. Bis Ende Mai wird noch trainiert, dann gibt es zwei Monate Pause. Und dann? Was sind die Ziele für die neue Saison? „Medaillenplätze wären schön“, sagt Rähm. Und er hat ja eine junge Mannschaft, die sich über Jahre finden kann. „Nur Yvonne Sachse ist über 30. Der Rest nicht älter als 23.“ Die Zukunft gehört dem neuen HC Salzland 06.

Bilder