Schönebeck/Calbe l Schönebecks Trainer Sebastian Roost, früher selbst in Calbe aktiv, hofft auf einen schönen Handballabend. Die knifflige Aufgabe ist dem Coach des sieglosen Tabellenletzten gegen den Meisterschaftskandidaten absolut bewusst. „Es wird schwer, aber wir können frei aufspielen. Der Druck liegt nicht bei uns, sondern bei Calbe“, sagt Roost und hat dabei natürlich die Niederlage der Calbenser aus der Vorwoche gegen Langenweddingen (17:18) im Hinterkopf.

Dass der Kontrahent aus der Saalestadt in irgendeiner Form mental angeschlagen oder gar mit einer Formkrise im Gepäck an die Elbe reist, glaubt Roost aber nicht. Ganz im Gegenteil. „Ich erwarte sie noch aggressiver. Sie werden mit ziemlicher Sicherheit das Messer zwischen den Zähnen haben“, erwartet Schönebecks Coach einen hoch motivierten Gegner. Doch auch seine Mannschaft wird keineswegs im Freundschaftsspiel-Modus auf die Platte laufen. Zu viel Prestige steht auf dem Spiel. Es ist eben ein Derby.

Und in Derbys kommt es auf Einsatzwillen und Mentalität an. Die haben die Lok-Männer definitiv. Denn auch angeschlagene Spieler werden alles daran setzen, im Lokalduell dabei zu sein. Deshalb denkt Sebastian Roost, dass es personell in seinem Team wieder besser aussieht als zuletzt. Lediglich Lukas Karau wird mit Knieproblemen definitiv ausfallen.

Auf Seiten der Calbenser sieht es, was die Fülle des Kaders angeht, auch gut aus. Ron Barby und Daniel Gieraths werden nicht dabei sein, alle anderen Akteure erwartet Trainer Andreas Wiese einsatzbereit. Der Coach der TSG geht auch davon aus, dass seine Sieben ihre bekannten Stärken wieder in die Waagschale wirft.

Die Niederlage gegen Langenweddingen hat man in Calbe indes abgehakt. „Wir haben den Fokus sofort nach dem Spiel auf das Derby gelegt und den Jungs klar gemacht, dass eigentlich nichts passiert ist“, spielt Wiese auf den Meisterschaftskampf an. „Wenn wir unser offenes Nachholspiel gewinnen, sind wir einen Punkt vorne. Vielleicht denkt der ein oder andere Spieler schon zu weit. Rechenspiele dürfen wir aber nicht machen“, mahnt Wiese dazu, von Spiel zu Spiel zu schauen.

Der Trainer hofft nun auf eine Initialzündung im Saisonendspurt. Diese soll in Form eines Derbysieges her, welcher mit schnellem Spiel und leichten Toren gelingen soll. „Darauf lag der Fokus in der Trainingswoche“, so Wiese der zuletzt im Angriffsspiel seiner Mannschaft ein bisschen „Leichtigkeit und Cleverness“ vermisste.