Staßfurt l Die Uhr stand bei 59:59. Noch eine Sekunde war zu spielen. Und der Schiedsrichter entschied auf Siebenmeter für die Gastgeber. Nach einem sehr guten Spiel des HV Rot-Weiss Staßfurt II gegen den HBC Wittenberg stand es kurz vor dem Ende 21:21. Die Staßfurter hätten sich für ein tolles Spiel mit einem „Last-Second-Treffer“ belohnen können. Christian Kunze schnappte sich den Ball. Der Druck war groß, am Ende zu groß. Ronny Klauser, der Torwart-Routinier der Gäste, parierte den Strafwurf. Das Spiel endete 21:21.

Bei den Gästen war der Jubel über den Punkt riesig, und das soll für einen Tabellenführer schon etwas heißen. Die Staßfurter waren gegen den Favoriten 45 Minuten das bessere Team und hatten Wittenberg am Rande einer Niederlage. Wie sah es also mit der Gefühlslage bei Trainer Mario Kutzer nach dem Spiel aus? „Es ist ein kleiner Zwiespalt. In erster Linie freuen wir uns aber natürlich über den Punkt gegen den Tabellenführer. Darüber können wir sehr glücklich sein.“ Kunze nimmt der Trainer sofort in Schutz: „Der Fehler war nicht der verworfene Siebenmeter. Wir haben in den letzten Minuten zu viele Abspielfehler gemacht und etliche Möglichkeiten liegen lassen.“ In der Schlussphase blieben die Gastgeber fast zehn Minuten ohne Tor.

„Der HBC hat es dann clever gemacht. Wir waren vielleicht ein bisschen zu nervös. Dafür sind sie Tabellenführer. Sie waren abgezockter“, ergänzte Kutzer. Auch in den Anfangsminuten sah es so aus, als würden die Gäste einen souveränen Sieg einfahren. Nach drei Toren von René Knabe führten sie mit 4:1 (6.). Doch Staßfurt kam durch einen Doppelschlag von Martin Dittmar wieder zum 4:4-Ausgleich (12.). Das Spiel blieb zunächst ausgeglichen. Vom Spitzenreiter kam aber immer weniger. Sie lebten hauptsächlich von Siebenmetern. Knabe netzte neun seiner zehn Strafwürfe ein.

Staßfurt vergibt Sieg in Schlussphase

Das bessere Team aber waren die Staßfurter, die sich durch ein Kunze-Tor erstmals mit drei Toren zum 8:5 absetzten (19.). Die Gäste kamen zwar mit dem 10:10 (27.) wieder ran, zur Pause führte der HV aber wieder mit zwei Toren. Auch nach der Pause blieben die Rot-Weissen zunächst stark. Dittmar stellte mit vier Toren am Stück auf 18:13 (38.). Die Gäste erstarkten in der Folge und stellten auf 20:20 (55.). Staßfurt ließ zuviel liegen und schien ein starkes Spiel so zunichte zu machen. Die Wittenberger gingen durch Eric Beese mit 21:20 in Führung (58.).

„Wir waren über weite Strecken die klar bessere Mannschaft. In der Schlussphase waren wir aber nicht mehr so gut drin“, so Mathias Loose. Der Staßfurter Spieler konnte wenige Sekunden vor der Schlusssirene nochmal ausgleichen und die Torflaute der Gastgeber beenden.

Der vergebene Siebenmeter von Kunze, der mit sieben Treffern bester Werfer der Gastgeber war, trübte die Stimmung nur kurz. Loose, der Kunze kurz danach direkt in den Arm nahm und ihn aufbaute, sagte: „Mit dem Punkt gegen den Tabellenersten können wir zufrieden sein.“ Auch den Ruf als Favoritenschreck sprach er an: „Wir sind ja dafür bekannt, auch mal die großen Gegner ärgern zu können.“ Und auch wenn es am Ende „nur“ ein Punkt ist: Das ist sicher ein Punkt mehr als viele vorher erwartet hätten.

Staßfurt: Rößler, Sieland - Linke, Berger, Gödde (1), Kunze (7), Dittmar (6), Loose (6), Panzer (1), Bönecke, Hoffmann, Engelhardt

Siebenmeter: Staßfurt 3/2 - HBC 10/9

Zeitstrafen: Staßfurt 5 - HBC 6