Staßfurt l Ja, wie steht es denn nun? Als der HV Rot-Weiss Staßfurt II im Heimspiel der Verbandsliga Süd gegen den Landsberger HV den Treffer zum 17:13 erzielte (43.), schien der Zeitnehmertisch etwas überfordert gewesen zu sein. Plötzlich war auf der Anzeigetafel ein 18:14 zu lesen. „Das hat jeden in der Halle so ein bisschen aus dem Konzept gebracht“, berichtete auch der Staßfurter Coach Mario Kutzer im Nachgang.

Doch letztlich wohl die Gäste noch etwas mehr als die RWS-Reserve. Denn diese erzielte nach der kurzen Verwirrung noch weitere drei Treffer und setzte sich auf 20:13 ab (50.) – das war letztlich der Grundstein für den Erfolg. Im elften Heimspiel der Saison holten die Staßfurter mit dem 23:19 (12:10) den zehnten Sieg. „Das war auf jeden Fall verdient, auch wenn wir zum Schluss etwas nachgelassen haben, das hätte nicht sein müssen“, so Kutzer. So kamen die Landsberger zwar nochmal auf vier Tore heran, wirklich gefährlich wurden sie den heimstarken Staßfurtern aber nicht mehr.

Ganz anders war das aber zu Beginn des Spiels. „Da hatten wir noch einige Probleme“, gab Kutzer zu. So ging der LHV sogar mit 5:3 in Führung (11.). Die Gäste haben im Angriff sehr oft gekreuzt und sind mit diesem taktischen Mittel zum Erfolg gekommen. „Wir sind erst immer mitgegangen, das war aber nicht richtig. Als wir dann aber stehengeblieben sind, konnten wir das besser verteidigen“, berichtete der Coach. Kutzer musste aber keine Auszeit nehmen und seinem Team das vermitteln. „Die Spieler haben das selbst erkannt und reagiert“, lobte er. Und so kamen die Staßfurter nicht nur zum Ausgleich durch Tino Korin (5:5, 16.), sondern durch Paul Hoffmann auch zur ersten Führung im Spiel (7:6, 20.).

Größenunterschied entscheidend

Tore waren dabei auf beiden Seiten aber Mangelware. Und Kutzer wusste genau wieso. Die Landsberger agierten in der Deckung fast ausschließlich mit sehr groß gewachsenen Spielern. „Der Größenunterschied war enorm“, so Kutzer. Und das führte laut dem Coach dazu, dass sich „meine Spieler nicht getraut haben, da durchzugehen.“ Doch auch das wurde mit dem Verlauf der Partie besser. Weil in den Folgeminuten dennoch probate Mittel im Angriff gefunden wurden, setzten sich die Gastgeber bis zur 26. Minute erstmals deutlich auf 11:7 ab.

Eine deutliche Leistungssteigerung gab es bei den Staßfurtern dann aber nochmal in der zweiten Hälfte. „Da hatten wir viel mehr Bewegung am Kreis und konnten die gegnerische Deckung gut verschieben“, berichtete Kutzer. Die sich bietenden Lücken haben die Rot-Weissen dann immer häufiger genutzt. Und so konnten sie sich deutlich absetzen und auch die kleine Schwächephase in den letzten zehn Minuten erlauben.

Entscheidend für den Sieg war dabei auch wieder einmal der breite Kader. Natürlich hat Kutzer seine Stammsieben, die über weite Strecken spielte. „Aber es ist immer schön, wenn diese Spieler auch wissen, dass es Back-Ups gibt.“ Und so kam Kutzer zur Erkenntnis: „Es war eine gute Mannschaftsleistung.“ Dabei stachen aber auch einzelne Spieler heraus. So wie Marco Richter, der mal wieder ausgeholfen hatte und seine Aufgabe mit fünf Toren gut löste. Auch Kevin Engelhardt ist „in den wichtigen Phasen immer wieder durchgeprescht“, so Kutzer, der ebenfalls auch seinen Keeper Andreas Jesse als sicheren Rückhalt lobte. „Er war sehr souverän und hat in den entscheidenden Phasen einige gute Paraden gezeigt.“

Staßfurt: Sieland, Jesse - Rösler (1), Linke, Richter (5), Langewald, Korin (2), Dittmar (1), Loose (1), Zeuch, Bönecke, Hoffmann (4), Engelhardt (5), Ilgenstein (4)

Siebenmeter: Staßfurt 2/2 - Landsberg 3/1 Zeitstrafen: Staßfurt 5 - Landsberg 5 Rot (o.B): Schwara (59.)