Staßfurt l Alles neu in der Spielzeit 2018/19. Nicht nur die Heimstätte ist eine andere, auch die Staffel. Der HV Rot-Weiss Staßfurt II wechselte im Sommer die Verbandsliga-Staffel. Und das war in der Hinrunde spürbar. Während sie im Süden noch zu den Top-Teams gehörten, kämpfen die Bodestädter in der Nordstaffel nun um den Klassenerhalt.

Mit 8:16 Punkten auf dem Konto ist der letzte Rang nur einen mageren Zähler entfernt. Findet sich die RWS-Reserve in der neuen Liga nicht zurecht? „Das sieht von der Punkteausbeute so aus, aber die Ergebnisse waren ja nicht so schlecht“, beteuert Coach Mario Kutzer. Die sechs Pleiten lassen sich damit nicht wegdiskutieren, aber zumindest waren das oft enge Spiele, die unter anderen Bedingungen vielleicht mit zwei Punkten für Staßfurt geendet hätten. „Das Problem bleibt, dass wir fast jede Woche personell umstellen müssen. Zudem kennen wir die Gegner fast alle nicht. In der Süd-Staffel konnten wir uns da auf die Teams besser vorbereiten und auf einzelne Spieler einstellen“, sagt Kutzer.

Ein weiteres Problem: Zu Beginn der Saison warteten mit Haldensleben, Glinde und Seehausen drei Topteams der Liga und es setzte drei Pleiten. Erst am 4. Spieltag durften die Rot-Weissen den ersten Sieg gegen Güsen bejubeln (38:30). Danach hielt die Durststrecke auf einen Sieg gleich sechs Spiele lang an. Während im Pokal gejubelt werden durfte, die Staßfurter stürzten zwei Favoriten und zogen in das Viertelfinale ein, gab es unterdessen auswärts drei weitere Punktspiel-Niederlagen am Stück.

In der eigenen Halle mauserte sich die Kutzer-Sieben zu „Remis-Königen“. Mit der HSG Altmark West (30:30), Eintracht Gommern (31:31) und TuS Magdeburg (31:31) teilte sich der HV Rot-Weiss II dreimal in Folge die Punkte. „Aber das hätten auch alles Niederlagen sein können“, weiß Kutzer und freute sich auch über die einfachen Punktgewinne. Und bevor es zum Ende der Hinserie zum 82-Tore-Spektakel kam (41:41 beim SV Oebisfelde II), verbuchten die Staßfurter noch einen Derbysieg gegen Wacker.

Kutzer fand die Hinrunde „nicht so dramatisch“ und lobt: „Wir finden uns in jedem Spiel neu“. Er ist zuversichtlich, dass aus den Unentschieden und Pleiten der Hinrunde in der zweiten Hälfte der Saison Siege werden. Zunächst wartet aber wieder ein sehr schweres Programm, beginnend heute mit einem Auswärtsspiel beim HSV Haldensleben um 14 Uhr. „Das ist gleich ein richtig harter Brocken“, weiß Kutzer. „Haldensleben hat einen starken Kader.“

Vor allem mit Blick auf die klare 29:39-Pleite im Hinspiel fordert der Trainer: „Wir müssen die Mitte dicht machen. Wir haben zu lasch agiert und durch Stellungsfehler oftmals Lücken gerissen.“ Wenn das verhindert wird und die Staßfurter wieder mit einfachen, schnellen Toren zum Erfolg kommen, könnte auch beim Tabellenzweiten etwas drin sein.