Aschersleben l Die Autos wurden wieder einmal voll beladen. Zum dritten Mal reisten die Handballer aus Staßfurt zum Megawoodstock nach Aschersleben. Und neben der Sportkleidung waren auch Matratzen und Schlafsäcke unter dem Gepäck. Denn einige blieben das komplette Wochenende und genossen alles - von den eigenen Spielen bis zur Party am Abend. „Es war wieder alles super organisiert, hier wurde etwas richtig gutes auf die Beine gestellt“, sagte Tobias Ortmann, der Trainer von AHA! Salzland. Und auch wenn für das Team aus aktuellen und ehemaligen Spielerinnen des Sachsen-Anhalt-Ligisten HC Salzland „der Spaß die erste Prämisse“ war, sportlich lief es hervorragend.

Der zweite Platz bei den Frauen liegt deutlich über den Erwartungen. „Damit hätten wir überhaupt nicht gerechnet“, so Ortmann, der sich mit seinem Team nur eine bessere Platzierung als im Vorjahr (Platz fünf) gewünscht hatte. Und zunächst sah es auch gar nicht so gut für Salzland aus. Bereits am Freitagabend kassierten sie zum Auftakt eine knappe Niederlage. Es folgte am Sonnabend ein „Pflichtsieg“ gegen Glauchau-Meerane und ein 7:7 gegen Plauen-Oberlosa. „Das Spiel hätten wir auch gewinnen können“, so Ortmann. Schließlich kassierten sie im letzten Gruppenspiel eine 6:10-Niederlage gegen den SC Makranstädt II. „Die Vorrunde lief sehr verhalten für uns.“

Umso besser lief es für AHA! am Sonntag. Gegen den HC Sachsen-Neustadt zeigten sie mit dem 12:6-Sieg die „mit Abstand beste Turnierleistung“, lobte Ortmann. Einen richtigen Krimi gab es dann im Halbfinale gegen den FSV Magdeburg zu bestaunen. Nach der regulären Spielzeit von zweimal zehn Minuten stand es 10:10. Jeweils drei Spielerinnen beider Teams traten vom Siebenmeterpunkt an. Und dabei wurde Maria Friedrich zur Heldin. Die Staßfurter Torhüterin konnte gleich zwei Würfe parieren und sorgte damit für den Finaleinzug ihres Teams.

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Mit Platz zwei zufrieden

Im Endspiel kam es zur Neuauflage des Duells vom Freitagabend, wieder hieß der Gegner Niederndodeleben. Und der TSV setzte sich deutlich mit 8:3 durch. Gingen die Köpfe der Staßfurterinnen dann nach unten? „Überhaupt nicht, wir waren froh, das Finale überhaupt erreicht zu haben. Mit dem zweiten Platz sind wir sehr zufrieden“, so Ortmann.

Und auch der HV Rot-Weiss geht mit einem positiven Gefühl aus dem Megawoodstock. „Insgesamt hat die Leistung gestimmt“, sagte Präsident Patrick Schliwa. Die Handballer aus der Mitteldeutschen Oberliga mussten zunächst auf der Tribüne „schmoren“. Ihre Spiele haben sich, weil es am Vormittag geregnet hatte, nach hinten verschoben. Dann hatte Rot-Weiss aber gleich drei Spiele hintereinander. „Ein echter Härtetest“, den sie aber mit Bravur bestanden haben. Mit drei Siegen machten sie den Einzug in die Endrunde sicher, trotz einer Niederlage gegen Anhalt Bernburg standen sie im Viertelfinale.

Wichtige Spieler fehlten

Und in diesem setzten sich die Staßfurter gegen den Ligakonkurrenten Glauchau-Meerane knapp mit 13:12 durch. Im Halbfinale scheiterten sie einmal mehr an Bernburg, waren aber gegen den Drittligisten „nicht auf verlorenem Posten“, wie Schliwa betonte. „Wir hätten durchaus gewinnen können.“ Auch das kleine Finale gegen den HC Spreewald wurde verloren. „Uns fehlten am zweiten Tag wichtige Leute wie Mittelmann Maurice Wilke und Abwehrchef Andreas Steinbrink. Damit mussten die anderen an ihre Belastungsgrenzen gehen“, begründete Schliwa.

Auch in der Chancenverwertung sieht er noch Defizite. „Aber wir haben auch noch Zeit, das war unsere erste Einheit mit dem Ball.“ Und es war auch das erste Mal, dass sich die Neuzugänge Andreas Steinbrink und Christian Schöne beweisen konnten. „Menschlich passen sie super rein und auch auf dem Feld haben sie mit den anderen Spielern gut harmoniert“, war Schliwa erfreut. Und so zieht er ein durchweg positives Fazit: „Es war ein schönes Turnier, das uns auch sportlich weiter gebracht hat.“

Drei Staßfurter im All-Star-Team

Für die Spieler Niclas Kaiser, Oliver Jacobi und Sebastian Schliwa gab es am Abend noch einen weiteren Höhepunkt. Sie wurden für das All-Star-Team berufen und spielten gegen Team Kretzsche. Nicht nur das: Sie siegten sogar mit 23:22 gegen das Team um Stefan Kretzschmar, erstmals in der dreijährigen Historie des Megawoodstock, das auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird. Und warum auch nicht? Es ist ein „adäquates Kräftemessen und ein schönes Klassentreffen“, beschreibt Tobias Ortmann passend.