Staßfurt l Wenige Sekunden waren noch auf der Uhr. Und der HC Salzland lag hauchdünn mit 24:23 vorn. Da ertönte der Pfiff. Die Schiedsrichter entschieden beim Krisengipfel der Sachsen-Anhalt-Liga auf Freiwurf für den SV Blau-Rot Coswig. Und Mareike Aulich zeigte sich abgebrüht und netzte ein. An Mauer und Torhüterin vorbei. Zwei Sekunden vor dem Schlusspfiff.

Auch wenn der HC Salzland mit dem 24:24 erstmals seit Mitte Dezember (in Hinspiel beim 28:23-Sieg in Coswig) wieder Punkte eingefahren hat, das Spiel fühlte sich nach diesem Verlauf eher an wie eine erneute Niederlage. Es war ein verschenkter Punkt in einem wichtigen Spiel. Das sah auch Trainerin Sylvia Breitenstein so: „Es ist schade, dass wir zwei so unterschiedliche Halbzeiten gespielt haben. Wir haben uns selbst um den Lohn gebracht. Zwei Punkte waren definitiv möglich.“

Begonnen hat die Partie in einer gut gefüllten Salzland-Sporthalle eher verhalten. Es war ein Abtasten. Keines der krisengebeutelten Teams wollte ins Risiko gehen, womit das 2:2 nach zehn Minuten zu erklären ist. „Danach haben wir aber besser hereingefunden und mit Tempo gespielt“, lobte Breitenstein. Ihr Team konnte sich so binnen zehn Minuten auf 9:3 absetzen. Vor allem Juliane Schuldes (acht Tore) und Janine Kriebel (sechs) lobte die Trainerin. „Sie waren sehr präsent in Abwehr und Angriff und sehr aktiv.“ Doch nicht nur über die individuelle Klasse kam der HCS ins Spiel, er stand bis zur Pause kompakt und setzte „die taktischen Vorgaben gut um“, so die Trainerin. Mit einem komfortablen 14:8-Vorsprung wurden die Seiten gewechselt.

Vermeidbare Fehler

Doch das bekam den Gastgeberinnen überhaupt nicht. „Bei uns war dann Sand im Getriebe. Coswig hat eine Hetzjagd begonnen und wir haben diese unnötigerweise mitgemacht“, bemängelte Breitenstein. Es schlichen sich immer mehr „vermeidbare Fehler“ ein und die Coswigerinnen kämpften sich mit einer körperbetonten Abwehr zurück in das Spiel. Bereits in der 44. Minute war das Spiel beim Stand von 18:18 wieder offen. „Wir waren dann zu passiv in der Abwehr“, sagte Breitenstein. Das Schlusslicht kam vor allem über die Außenpositionen zu Toren und die Staßfurterinnen taten sich schwer damit, das zu verteidigen. „Wir haben unsere taktische Linie etwas verloren.“

Doch Salzland rappelte sich auf, führte wieder mit drei Toren (24:21, 55.). Dass die Gäste in der Schlussphase dann drei Zeitstrafen kassierten, sollte dem HCS doch in die Karten spielen. Doch hat es nicht. Die „Wildgänse“ konnten die Überzahl nicht nutzen, waren zu nervös im Abschluss. „Wir haben in einigen Situationen zu überhastet abgeschlossen“, sagte die Trainerin.

Salzland: Braune, Ellermann, Grenzer - Zeidler (1), Wolff-Reike, Schuldes (8), Friedrichs (2), Mittwollen, Nahrendorf (1), Konitzer (1), Spiegel (2), Kriebel (6), Voigt

Siebenmeter: Salzland 4/2 - Coswig 5/3 Zeitstrafen: Salzland 4 - Coswig 9