Wolfen/Staßfurt l Es ist durchaus üblich, dass ein Meister in der folgenden Saison nochmal eine Anerkennung bekommt, indem er das Eröffnungsspiel austragen darf. Das ist in der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga nicht der Fall. Zum einen war der HV Rot-Weiss Staßfurt, der Freigag um 19.30 Uhr bei der HSG Wolfen 2000 in die Saison startet, 2018 nur Dritter und verpasste damit den anvisierten direkten Wiederaufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga. Zum anderen handelt es sich gar nicht um ein offizielles Eröffnungsspiel des Verbandes.

Dem Liga-Neuling aus Wolfen steht am Sonnabend schlichtweg die Halle nicht zur Verfügung. „Der Gegner hat bei uns angefragt, ob wir das Spiel in den November verlegen können, aber dann zur Mittagszeit. Doch wir sind ja keine B-Jugend mehr“, berichtete der Staßfurter Coach Sebastian Retting lächelnd. Und so einigten sich beide Parteien auf den Freitagabend. „Für uns ist das ja der größere Aufwand“, merkt der Coach an. Um 16.30 Uhr startet ein großer Bus aus der Schulstraße, in dem auch für Fans noch Platz ist.

Die Vorfreude auf diesen Moment ist in den vergangenen zwei Monaten natürlich stets gewachsen. „Die Jungs sind heiß auf das Spiel“, weiß Retting. „Die acht Wochen Vorbereitung waren intensiv, wir haben viel investiert und sind alle topfit.“ Nur Florian Lück, Paul Hoffmann (beide noch angeschlagen) und vermutlich Alexander Ernst (beruflich) werden fehlen. Dafür ist Robert Reiske nach seiner Blessur von zuletzt wieder im 14 Mann starken Kader und könnte zum entscheidenden Mann werden.

Doch das ist nach der sehr guten Vorbereitung auch durchaus einem anderen Mann zuzutrauen: Tim Steffen. „Er hat sich super integriert und große Fortschritte gemacht. Wir werden viel Freude an ihm haben“, so Retting über einen der großen Gewinner der Vorbereitung. Laut dem Coach haben aber alle Spieler „einen Schritt nach vorn“ gemacht, auch die Youngster wie Lieven Rach oder Marc Stapf. Bei den Routiniers Christian Schöne oder Andreas Steinbrink macht sich der Coach „überhaupt keine Sorgen, sie sind topfit und haben ebenfalls eine super Vorbereitung gespielt“.

Auf Haftmittelverbot gut vorbereitet

So spricht vieles dafür, dass die Staßfurter die ersten zwei Punkte für den angepeilten Aufstieg holen werden. Aber da wartet ja auch noch ein Gegner. Die HSG Wolfen schaffte als Tabellenzweiter des Vorjahres über den Umweg Relegation den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Landes. „Das ist eine junge Mannschaft mit vielen Eigengewächsen“, ist Retting informiert. Der Gegner kann natürlich befreit aufspielen und wird zeigen wollen, dass es auch eine Liga höher klappt.

Ein entscheidender Vorteil könnte dabei die Halle sein. Dort herrscht nämlich striktes Haftmittelverbot. „Das ist ärgerlich, aber wir müssen damit leben“, stellte Retting seine Schützlinge im Training auch schon darauf ein. Umso mehr müssen die Staßfurter die Vorteile in Sachen Erfahrung und spielerischer Qualität auch nutzen. „Wir haben einen Plan und werden dem Gegner zeigen, was unsere Ambitionen für die Saison sind“, lässt der erfahrene und ehrgeizige Retting eine von wahrscheinlich vielen Kampfansagen in dieser Saison verlauten.