Staßfurt l So ein Finale ist im Sport der größte Indikator für Spannung. Zwei Teams streiten sich um einen Titel. Es geht um alles oder nichts. In einem Spiel. Zumindest in den meisten Fällen. Nicht so aber im Finale des HVSA-Pokals der Frauen in dieser Saison. Dabei kommt es zum Vergleich zwischen Sachsen-Anhalt-Ligist HC Salzland und dem SV Oebisfelde aus der 1. Nordliga. Das Hinspiel findet heute um 15 Uhr in der Merkewitz-Halle in Staßfurt statt, das Rückspiel am 5. Mai in Oebisfelde. HCS-Coach Pierre Altnau denkt, das ist eine „alte Marotte vom HVSA“, immerhin gab es das auch schon früher.

Wie Altnau dazu nun eingestellt ist? „Da gibt es Für und Wider. Prinzipiell ist es besser für die Teams, da beide in der eigenen Halle spielen können. Natürlich fehlt aber auch der Endspielcharakter.“

Hinzu kommt, dass nur eins von beiden Teams „das wirkliche Endspiel“, also die zweite Begegnung, zuhause spielen kann. Und das ist Oebisfelde.Doch Altnau macht klar: „Mir persönlich ist das egal. Wenn wir zuhause ordentlich vorlegen, ist das eine große Hypothek für den Gegner.“ Und genau das ist auch der Plan für das Spiel in Staßfurt. Denn gegen das unterklassige Team ist der HC Salzland schon favorisiert. Aber Altnau weiß genau, dass der SV Oebisfelde, der „vor zwei Jahren leider aus der Sachsen-Anhalt-Liga abgestiegen ist“, über eine gute Mannschaft verfügt. Nicht umsonst steht er in der Liga unangefochten auf dem ersten Rang und ist auch bis ins Pokalfinale vorgerückt.

Das Börde-Team hat einige erfahrene Spielerinnen in den Reihen wie Franziska Dietz, „eine große und robuste Kreisläuferin“, so der Salzland-Trainer. Auch Coach Christian Herrmann, den Altnau von Trainerlehrgängen kennt, schätzt er und erwartet von seinem Kollegen, dass er mit einer offensiven Deckung agiert. „Wir werden über ein stabiles 6:0-System kommen“, verrät Altnau. Dabei steht auch Maria Friedrichs im Mittelblock wieder zur Verfügung. „Wir wollen ein ehrliches Handballspiel zeigen, individuell Akzente setzen und auf Lücke gehen.“

Verzichten müssen die Salzländerinnen dabei aber wieder auf die verletzte Führungsspielerin Yvonne Sachse. Das schmerzt natürlich. Darf aber keine Ausrede sein. „Die Spielerinnen müssen sich auch so motivieren. Der Prozess muss ohne sie ins Laufen kommen. Zuletzt hat das ja schon gut geklappt, auch wenn die Ergebnisse nicht stimmten.“ Denn in der Liga kassierte der HCS jüngst vier Niederlagen in Folge. „Das steckt in den Köpfen“, vermutet Altnau. Aber in so einem Finale kann das sicher ausgeblendet werden. Auch wenn es in zwei Spielen ausgetragen wird.