Staßfurt l Das Grinsen konnten sich die Spieler des HV Rot-Weiss Staßfurt einfach nicht verkneifen, als sie in dieser Woche zum Training kamen. Warum auch? Sie hatten mit dem 40:19 gegen Osterburg zur Eröffnung der Halle ein offensives Feuerwerk gezündet und ein großes Ausrufezeichen an die Konkurrenz in der Sachsen-Anhalt-Liga gesetzt.

„Ja, anfangs war es ein bisschen locker im Training“, berichtet Co-Trainer Andreas Stops. „Nach ein paar ernsten Worten ging es dann wieder.“ Stops tritt da bewusst auf die Euphoriebremse. „Wir wollen jetzt nicht herumflachsen, sondern müssen hochkonzentriert bleiben.“ Denn die Siege werden nicht in jeder Woche so leicht eingefahren werden können. Das gilt auch für das heutige Auswärtsspiel beim SV Langenweddingen (Anwurf 17.30 Uhr).

Aber gab es im Training überhaupt noch etwas zu verbessern? „Gibt es immer“, macht Stops deutlich. Vor allem im Timing und Zusammenspiel sieht der ehemalige Torwart noch Luft nach oben. Bei den vielen Neuzugängen findet er das aber normal. „Das gibt sich mit den Spielen.“ Sicher wird Coach Sven Liesegang nicht in jedem Spiel so rotieren wollen und können wie gegen Osterburg, als fast alle Akteure gleichermaßen zum Einsatz kamen. „Jeder Spieler muss sich im Training anbieten“, macht Stops klar. Die Startformation gegen die HSG „ist jetzt nicht festgelegt für jedes Spiel“, verdeutlicht der Co-Trainer. „Erstrebenswert wäre es, wenn wir ohne Leistungsabfall wechseln könnten.“

Denn der neue Staßfurter Weg mit dem schnellen Umkehrspiel fordert einfach seinen Tribut. „Kein Spieler kann dieses Tempo über 60 Minuten gehen. Deshalb ist es wichtig, Leute im Hintergrund zu haben.“ Das gilt auch für das kommende Spiel in Langenweddingen. Die Personallage wird da zwar „nicht so optimal“ sein wie zum Auftakt, Marvin Frank wird definitiv ausfallen und dazu sind noch einige Spieler fraglich, Stops ist aber dennoch zuversichtlich: „Wir wollen auch auswärts ein Ausrufezeichen setzen und natürlich gewinnen“, so Stops. Von der Favoritenrolle, die dem Aufstiegsaspiranten Nummer eins in dieser Saison wohl in jedem Spiel zufällt, will er gar nichts wissen. „Wir haben immer Druck. Wir müssen mit der richtigen Einstellung herangehen.“

Denn Stops weiß: „Das ist ein Hexenkessel in Langenweddingen. Da ist immer gute Stimmung und das Team spielt robust.“ Einfach wird es nicht, das ist allen beim HV Rot-Weiss bewusst. Denn es wird sicher nicht damit getan sein, auf den torgefährlichen Denny Friedl Obacht zu geben. Der gestandene Sachsen-Anhalt-Ligist ist ein anderes Kaliber und eine neue Herausforderung. „Wir müssen dem Gegner unser Spiel aufdrücken“, fordert Stops. Gelingt das, wird der HV Rot-Weiss das zweite Ausrufezeichen setzen können.