Salzlandkreis (red) l Es hat nicht sein sollen für die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft, die gemeinsam mit Dänemark im eigenen Land ausgetragen wurde. Ganz knapp verpasste das Team von Coach Christian Prokop das Podest, landete nach einer 25:26-Niederlage gegen Frankreich im kleinen Finale nur auf dem vierten Rang. Doch auch wenn die Prokop-Sieben keine Medaille holte, diese WM schuf im Land jede Menge Euphorie und untermauerte, welchen hohen Stellenwert der Handball im Land besitzt.

Auch die Vereine in der Region hoffen nun, dass die Begeisterung nicht wieder so schnell verfliegt. Die Volksstimme sprach mit den Trainern einiger Vereine aus dem Salzlandkreis darüber, wie sie die Heim-WM verfolgt haben und was diese für Auswirkungen im lokalen Bereich haben könnte.

Sylvia Breitenstein

(Trainerin HC Salzland)

„So eine WM verfolgt doch jeder Handballer. Wenn nicht live, dann aufgezeichnet. Wir haben auch viel in unserer Mannschaft darüber gesprochen. Ich ziehe den Hut vor Christian Prokop. Was er aus dieser Mannschaft gemacht hat, ist bemerkenswert. Der vierte Platz ist zwar undankbar, aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Durch die mediale Begleitung steigt ja auch das Interesse bei den Zuschauern und Fans. Und wir hoffen auch bei jüngeren Spielerinnen, die dann vielleicht zu uns in den Verein kommen.“

Sebastian Roost

(Trainer Männer SG Lok Schönebeck )

„Ich habe die Spiele der deutschen Mannschaft alle gesehen. Das Spiel um Platz drei war sehr bitter, denn Deutschland hat eine gute erste Halbzeit gespielt. Die Belohnung blieb allerdings aus. Ich denke, der dritte Platz wäre verdient gewesen. Es war auf jeden Fall eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Ich erhoffe mir, dass die Hallen wieder besser gefüllt sind und dadurch eine noch bessere Stimmung aufkommt. Dieser Hype muss genutzt werden und sollte auch in die Turnhallen in unserer Region übergehen.“

Dirk Schedlo

(Trainer Frauen SG Lok Schönebeck)

„Ich habe alle Spiele verfolgt bis auf die erste Halbzeit beim Spiel um Platz drei. Durch die Heim-WM erhoffe ich mir, dass viele Anmeldungen bei den Vereinen eingehen. Die Veranstaltung hat einen positiven Eindruck hinterlassen, zumindest nach den Reaktionen bei Facebook. Somit werden auch die Folgen positiv sein. Mit dem Abschneiden von Deutschland bin ich zufrieden, mit der Leistung hätte niemand gerechnet. Im Spiel gegen Frankreich war viel Pech dabei, die Mannschaftsleistung war dennoch gut.“

Sebastian Retting

(Trainer Rot-Weiss Staßfurt)

„Die Heim-WM hat eine riesige Euphorie geschaffen. Auch wir im Verein haben die Spiele alle verfolgt. Teilweise haben wir sogar extra eher trainiert und dann gemeinsam die Daumen gedrückt. Deutschland ist handballverrückt. Das war Wahnsinn, was die Jungs geleistet haben. Und das verdient Anerkennung. Jeden zweiten Tag 60 Minuten. Die WM hat wieder gezeigt, was für ein großartiger Sport das ist. Mit so vielen Emotionen. Wir hoffen, dass dadurch wieder junge Leute auf den Handball aufmerksam geworden sind und sich beim HV Rot-Weiss melden. Wir versuchen ja ständig mit Ausschreibungen neue, junge Spieler zu gewinnen.“

Peter Pysall

(Trainer Glinder HV)

„Die Begeisterung war riesig. Ähnlich wie schon 2007. Nun ist es aber sehr wichtig, dass diese Euphorie nicht am nächsten Tag wieder verschwunden ist. Es sollten jetzt leistungsfördernde Maßnahmen geschaffen werden. Das junge Publikum muss nun weiter für den Handballsport begeistert werden und beispielsweise über eine AG in der Schule abgeholt werden.“

Andreas Wiese

(Trainer TSG Calbe)

„Die Deutschland-Spiele habe ich alle gesehen, ich war auch in Berlin einmal in der Halle. Für die Sportschulen war die WM sehr gut. Denn nach einem Schlüssel wird berechnet, wie viele Fördermittel zur Verfügung stehen. Das ist wichtig für die Jugendarbeit. Je mehr Talente ausgebildet werden, desto mehr bleiben auch für uns über. Auch dass Handball in der Schule immer weiter gefördert wird, ist der richtige Weg. Der dritte Platz für die deutsche Mannschaft war das Maximum, denn die Chancenverwertung war mangelhaft. Die Top-Teams werfen aus solchen Situation einfache Tore. Dennoch ist das Team mannschaftlich geschlossen aufgetreten. Für mich war es ein geiles Turnier.“