Staßfurt l Drei Wochen lang müssen sich auch die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer von Rot-Weiss Staßfurt inzwischen mit individuellem Training fit halten – wie lange das so bleibt, ist weiterhin unklar. Doch die Bodestädter wissen sich zu helfen. Ob eine Fahrradtour alleine, wie Mannschaftskapitän Sebastian Schliwa, im heimischen Fitnessraum, wie beispielsweise Neuzugang Falko Nowak oder zu zweit bei Läufen an der frischen Luft, wie Linksaußen Lieven Rach und Rückraumspieler Martin Strnad – die Füße hochlegen können die RWS-Spieler auch während der Saisonunterbrechung im November nicht. „Ich habe allen vor der Pause mit auf den Weg gegeben, wie sie sich fithalten können. Aber sie sind natürlich auch keine Kinder mehr und wissen selbst, dass sie das Training, soweit es derzeit möglich ist, nicht schleifen lassen dürfen“, erklärt Staßfurts Trainer Sebastian Retting.

Dabei zeigt er sich vor allem beeindruckt, wie viel Disziplin seine Spieler beweisen, was aber auch sicher daran liegt, dass sie „genervt“ sind, nicht spielen zu dürfen. „Ein bis zwei Wochen freut man sich vielleicht noch, sich auch mal ausruhen zu können, aber dann will man zurück auf die Platte und wieder spielen“, so Retting. Hoffnung, dass es noch in diesem Jahr wieder losgehen kann, macht sich aber auch der RWS-Coach – wie viele andere Spieler und Trainer im Salzlandkreis und ganz Sachsen-Anhalt – nicht mehr. „Ich rechne eher damit, dass in dieser Woche noch einmal eine Verlängerung der Pause kommt, ähnlich wie in der dritten Liga und der Jugend-Bundesliga.“ Für diese hatte der Deutsche Handball-Bund beschlossen, dass vorerst bis zum Jahresende nicht mehr gespielt wird. „Ich glaube nicht, dass da für den Amateursport eine Ausnahme gemacht wird“, so Retting.

An gute Leistungen anknüpfen

Doch wie kann es sportlich weitergehen, wenn dann im Januar oder Februar wieder Handball gespielt werden darf? Durch die im Dezember ausgefallenen Partien müssen bereits mindestens vier Spiele pro Team nachgeholt werden, im Dezember würden weitere dazukommen. Auch Retting weiß, dass es deshalb wichtig sein wird, nach der Pause auf den Punkt bereit zu sein. „Wenn wieder gespielt wird, werden wir vom HVSA kaum mehr als eine Woche Vorbereitungszeit bekommen. Wenn wir ab 1. Februar wieder trainieren dürfen, wird fünf Tage später das erste Spiel stattfinden müssen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Wer dann gestärkt aus der Unterbrechung hervorgeht, kann in dieser Saison viel erreichen – und dazu wollen natürlich auch wir gehören. Alle haben gesehen, dass wir einen guten Lauf an den ersten Spieltagen hatten, weshalb die Unterbrechung natürlich sehr ärgerlich ist, aber an diese guten Leistungen wollen wir anknüpfen.“

Um die Fitness seiner Spieler macht er sich dabei weniger Sorgen. Sie alle wollen in diesem Jahr endlich den Aufstieg in die Mitteldeutsche Handball-Oberliga und „ziehen ihr Programm prima durch“, so der Übungsleiter zufrieden. Knackpunkt wird es aber sein, „das Ballgefühl und die ,Wurfschulter‘ auf einem hohen Niveau zu halten. Das Einzige, was die Jungs in dieser Hinsicht gerade machen können, ist sich auf der Straße zu zweit ein paar Bälle zuzuwerfen“. Dass das aber nicht mit einem echten Trainingsspiel auf der Platte zu vergleichen ist, weiß Retting aus seiner eigenen Erfahrung als Spieler. „Ich hatte natürlich nie so eine lange Pause wie aktuell. Das ist schon eine besondere Situation, aber in der Winter- oder Sommerpause habe ich beispielsweise auch nicht mit dem Ball auf der Straße trainiert.“

Aktuell wissen sich die Staßfurter Handballer noch zu helfen, um die trainings- und wettkampffreie Zeit zu überbrücken. Doch je länger die Pause geht, umso mehr wächst bei den Spielern das Verlangen, wieder in der Salzland-Sporthalle aktiv zu werden. „Notfalls auch ohne Zuschauer, wenn es nicht anders geht“, hält RWS-Coach Retting fest.