Erdeborn/Staßfurt l Mario Kutzer, Trainer der zweiten Mannschaft des HV Rot-Weiss Staßfurt, hatte es bereits geahnt. „Ich habe meiner Mannschaft vor dem Spiel in Erdeborn gesagt, dass ich nicht erwarte, dass wir den Gegner an die Wand spielen. Wir haben uns dort schon immer schwer getan, weshalb ich es eher als ‚vernünftiges Trainingsspiel‘ gesehen habe.“ Nach den 60 Minuten in der Wanslebener Seefeldhalle sah er sich schließlich bestätigt. Die Gäste verloren mit 20:23 (11:13).

Dabei störte Kutzer weniger das Ergebnis. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in Erdeborn schon einmal gewonnen haben, deshalb kann ich mit der knappen Niederlage leben. Es ist immer wieder eine Umstellung für uns, ohne Klister zu spielen. Damit hatten wir in der Anfangsphase sehr zu kämpfen“, so der Übungsleiter. Das spiegelte sich auch auf der Anzeigetafel wieder, auf der nach zehn Minuten ein 1:5 aus Sicht der Gäste zu lesen war. Doch nachdem sich die Staßfurter den Gegebenheiten angepasst hatten, fanden sie zurück in die Partie, kamen nach 16 Minuten durch Kevin Engelhardt auf 6:8 heran und glichen in der 24. Spielminute erstmals zum 10:10 aus. „Wir haben in dieser Phase vieles richtig gemacht, die Bälle in der Defensive abgefangen und zu eigenen Angriffen genutzt“, lobte Kutzer die Comeback-Fähigkeiten seiner Mannschaft nach dem Abpfiff.

In den zweiten 30 Minuten wollte die Gastmannschaft das Spiel endgültig drehen und schien nach sechs Minuten auf einem guten Weg, als beim Stand von 14:14 (36.) erneut der Ausgleich gelang. „In dieser Phase waren wir drauf und dran, das Spiel an uns zu reißen und erstmals in Führung zu gehen, doch das hat aus verschiedenen Gründen nicht geklappt“, fasste Kutzer die zweite Halbzeit vielsagend zusammen. Anschließend wurde er jedoch konkreter, was ihn an der Pleite viel mehr störte, als die zwei verlorenen Punkte. Es war die Leistung des Schiedsrichtergespannes, die dem Staßfurter Trainer sauer aufstieß.

Spielminute 42 bleibt im Gedächtnis

„Schon in der Vorbereitung hat die Einstellung der Mannschaft auf die Schiedsrichter eine größere Rolle eingenommen, als die taktische Vorbereitung“, kann sich Kutzer ein Schmunzeln kaum verkneifen. „Leider hat das alles nichts genützt und es kam wieder zu einigen Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen konnte.“

Besonders im Gedächtnis ist ihm eine Szene aus der 42. Minute geblieben, als Patrick Tuchen eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. „Über diese Entscheidung kann man diskutieren, aber nicht über das, was danach passiert ist.“ Als Tuchen auf der Bank Platz nahm, richtete er einen lautstarken Ruf an seine Mitspieler. „Die Schiedsrichter müssen jedoch etwas anderes verstanden haben, denn es gab eine weitere Zeitstrafe für Tuchen. In doppelter Unterzahl war nicht mehr an eine Aufholjagd zu denken“, so Kutzer.

„Ich habe anschließend mit der Staffelleitung gesprochen und die Problematik geschildert.“ In den kommenden Tagen will der HV Rot-Weiss auch noch beim Schiedsrichterausschuss durchrufen. Wenn möglich, soll ein weiteres Aufeinandertreffen mit den beiden Unparteiischen vermieden werden.

Staßfurt II: Tuchen, Sieland – Becker, Richter (4), Zimnick (1), Panzer (1), Spandt (3), Engelhardt (9/1), Ilgenstein (2)

Siebenmeter: Erdeborn 7/7 – HVRW 3/1

Zeitstrafen: Erdeborn 1 – HVRW 4