Staßfurt l Es waren nicht einmal die letzten zehn Minuten angebrochen, da scherzten nicht nur Fans, sondern auch schon Spieler. Wieder war der Kasten leer, wieder wurde der HV Rot-Weiss Staßfurt zum Torewerfen eingeladen. Nachdem Robert Reiske mit seinem Wurf über das komplette Feld noch am Pfosten scheiterte (48.), machte es Sebastian Schliwa eine Minute später besser. Ja, ausgerechnet der Keeper, der sich schon in der ersten Hälfte versuchte, aber scheiterte und noch lauthals bemerkte: „Das kann doch nicht sein.“

Doch ihm sollten gegen den SV Eiche Biederitz noch zwei Tore gelingen. Die ersten in seiner Karriere. Denn die Gäste machten es denn Staßfurtern immer wieder zu leicht, indem sie mit sieben Feldspielern agierten, im Rückzugverhalten aber viel zu langsam und fehlerhaft agierten. So kam der klare und nie gefährdete 35:25 (19:13)-Erfolg zustande.

Mehr Gegenwehr von Biederitz erwartet

„Ich bin zufrieden. Wir haben gut gedeckt und die Konter gut ausgespielt“, sagte Spielertrainer Sebastian Retting. Er hätte von Biederitz jedoch mehr Gegenwehr erwartet: „Die Einstellung beim Gegner war nach 15 Minuten verschwunden. Und der Keeper hat gefühlt zwei Stunden gebraucht, bis er wieder im Tor stand.“

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Doch schon bevor die Staßfurter auf diese Weise mehrfach zu Treffern eingeladen wurden, agierten sie stark. Mit einer souveränen 5:1-Deckung setzten sich die Rot-Weissen vor 275 Zuschauern schnell auf 9:3 (12.) ab. Die Wurfquote war gut, die Konter wurden zumeist überlegt ausgespielt und die Biederitzer konnten auch bei schnellen Verlagerungen im Positionsangriff oft nur hinterher schauen. „Wir haben so ziemlich alles versucht, was allerdings mit solch einem kleinen Kader schnell überschaubar wird“, meinte der Biederitzer Trainer Enrico Sonntag.

Zumindest kam Eiche kurz vor der Pause nochmal näher heran. Die Gastgeber machten oft Schrittfehler und hinten gab es mehr Lücken für den Ex-Staßfurter Frank, der trotz permanenter Manndeckung auf zehn Tore kam. „Diese zehn Minuten haben mir nicht gefallen“, so Retting. „Wenn wir über die komplette Zeit alles richtig gemacht hätten, wären wir auch auf 40 Tore gekommen.“ Zumindest klappte in der zweiten Hälfte wieder deutlich mehr. Während bei den Gästen verschiedene Abwehrformationen keinen Erfolg brachten, setzten sich die Staßfurter immer weiter ab und konnten zum Schluss sogar guten Gewissens rotieren.

Staßfurt: Tuchen, Schliwa (2) - Beinhoff (5), Zimnick, Reiske (9/1), Ernst (1), Retting (3), Jacobi (3), Vadaszi (3), Steinbrink (3), Spadt, Schöne (3/1), Postelt (3), Meißner