Staßfurt l Im Winter ist es Zeit, die Fühler auszustrecken nach neuen Spielern. Vor allem, wenn wie beim HV Rot-Weiss Staßfurt mit Nils Hähnel und Martin Strnad zwei wichtige Leistungsträger langfristig ausfallen. Deshalb waren die Rot-Weissen unter anderem auch interessiert an Markus Peschke, der zuletzt acht Jahre beim Oberligisten SV Plauen-Oberlosa spielte.

Der Transfer kam nicht zu Stande, doch spielen wird Peschke dennoch in der Salzland-Sporthalle. Heute Abend um 17.30 Uhr gastiert er mit dem SV Langenweddingen in Staßfurt. Warum er sich nicht für einen Wechsel zum Aufstiegsanwärter entschied und stattdessen zum Tabellenneunten wechselte? „Er hat dort viele Freunde“, weiß Staßfurts Coach Sebastian Retting. Und die können zweifelsohne auch gut Handball spielen.

Der klare 33:23-Erfolg aus dem Hinspiel sollte für den HV Rot-Weiss kein Indiz dafür sein, dass es wieder so gut läuft. „Es wird sehr schwer. Langenweddingen hat eine gute Mannschaft.“ Und vor allem werden im Vergleich zum Hinspiel wichtige Spieler wie Denny Friedl, Erik Merkel oder eben Peschke dabei sein.

Auch die Stimmung wird aufgeheizt sein, erwartet der Trainer: „Es ist ein Derby, Langenweddingen wird viele Fans mitbringen.“ Umso mehr hofft er, dass auch auf das Staßfurter Publikum Verlass ist. „Die Leute sollen die Handball-Euphorie von der WM mit in die Halle bringen.“ Zwischen Halbfinale und Finale der Weltmeisterschaft im eigenen Land soll auch die Salzland-Sporthalle zu einem „Hexenkessel“ werden. „Wir sind heiß“, gibt Retting vor dem ersten Heimspiel seit fast zwei Monaten an.

Entsprechend akribisch lief auch die Vorbereitung. Die Spieler sind fit. Spinning-Kurs, Krafttraining, Sauna und auch ein Testspiel gegen den HC Aschersleben standen an. Das ging zwar knapp mit 38:40 verloren, aber „wir haben mit offenem Visier gespielt und vieles probiert“, so der Coach. „Wichtig war, dass wir mit dem Tempo mithalten konnten.“

Das könnte auch heute Abend entscheidend sein. „Ab der 45. Minute trennt sich die Spreu vom Weizen“, weiß Retting. Kann der Gastgeber den SVL bis dahin nicht mit einer stabilen Abwehr und einem schnellen Umkehrspiel knacken, soll es über die Fitness-Vorteile zum Spielende klappen. „Wir werden alles versuchen, um die zwei Punkte hier zu behalten“, so Retting.