Calbe/Staßfurt l Da staunten die meisten Zuschauer beim Handball-Derby der Sachsen-Anhalt-Liga zwischen der TSG Calbe und dem HV Rot-Weiss Staßfurt am vergangenen Freitag nicht schlecht. Bei der Partie, welche die Rot-Weissen mit 26:23 (13:12) für sich entscheiden konnten, gab es ein neues Gesicht im Team der Staßfurter.

Nicht ganz geheim

Die Rede ist von Rückraum-Akteur Danijel Arapovic. Der Kroate aus Split besetzt bei den Bodestädtern nunmehr den Rückraum. Dort kann er alle Positionen bekleiden. Dass er am Freitagabend in der Calbenser Hegersporthalle im Kader stand und auflaufen durfte, kam für viele überraschend. Ganz geheim blieb die Verpflichtung des 33-Jährigen aber im Vorfeld nicht.

„Wir wussten, dass da jemand ist, der schon mittrainiert. Ich hatte schon gegen Glinde vor einer Woche mit ihm gerechnet. Vielleicht war es eine Finte, dass er erst gegen uns aufgeboten wurde. Was uns mit ihm genau erwartet, wussten wir aber nicht“, sagte Calbes Trainer Hannes Krausholz nach dem Derby.

Staßfurts Coach Sebastian Retting verwies die Mutmaßung eines kleinen Täuschungsmanövers vor dem Derby jedoch umgehend ins Reich der Fabeln: „Die Spielberechtigung ist erst am Spieltag gekommen. Ich habe die Tage vor dem Spiel ganz schön geschwitzt. Es war nicht klar, ob er spielen darf oder nicht“, berichtete Retting. Die Freude, dass Arapovic jetzt für die Staßfurter spielberechtigt ist, war bei Retting sogar doppelt groß. Zum einen konnte der neue Kroate gleich mithelfen, das Derby gegen Calbe zu gewinnen, zum anderen wird der erfahrene Mann, der zum Auftakt zwei Tore erzielte, beim Erreichen des Saisonziels Aufstieg ganz sicher weiterhelfen.

Champions-League-Erfahrung

Das verheißt schon die Vita des dunkelhaarigen Rechtshänders. Immerhin konnte dieser einst beim mazedonischen Top-Club Vardar Skopje sogar schon Champions-League-Luft schnuppern. Die mazedonische Hauptstadt war aber nur eine von vielen Auslandsstationen Arapovics. Neben einem Klub in seinem Heimatland spielte der Kroate auch schon in Slowenien, dem Libanon, Bosnien-Herzegowina und zuletzt in der Türkei. Jetzt will er beruflich in Deutschland Fuß fassen und sportlich dem HV Rot-Weiss helfen.

„Wir haben immer gesagt, dass wir noch einen Spieler dazu holen wollen, um alle Positionen doppelt und gut zu besetzen. Eigentlich war ein Linkshänder geplant. Nachdem Danijel zum Probetraining bei uns war, haben wir recht schnell entschieden, dass wir ihn holen wollen. Er wird uns definitiv weiterhelfen und ist auch menschlich ein feiner Kerl“, ordnet HV-Trainer Sebastian Retting die Verpflichtung Arapovics ein.

Für den Neuzugang, dessen Verlobte ihm schnellstmöglich nach Staßfurt folgen wird, gilt es nun, sich schnell in die Mannschaft zu integrieren und seine Dynamik sowie sein Wurfrepertoire, welches er in Calbe bereits andeutete, für den mannschaftlichen Erfolg einzubringen. Außerdem muss er deutsch pauken. „Bisher kommunizieren wir auf Englisch“, berichtet Retting.