Staßfurt l Sebastian Retting gewährte einen Einblick in die interne Motivation. Wie der Rückraumspieler vom Mitteldeutschen Oberligisten HV Rot-Weiss Staßfurt berichtet, hatte Trainer Uwe Werkmeister in der internen Gruppe für das ausschlaggebende Spiel gegen den HSV Bad Blankenburg am Sonnabend (Anwurf 19 Uhr) die entscheidende Motivationsansprache aus dem Football-Film „An jedem verdammten Sonntag“ geteilt. Dort heizt der Coach (gespielt von Al Pacino) seine Spieler in einer emotional aufrüttelnden Art und Weise ein.

Was soll man sagen? Natürlich gewinnt das fiktive Team „Miami Sharks“ in letzter Sekunde gegen die „Dallas Knights“. So ist Hollywood. Vielleicht kitzelt dieses etwas über vier Minuten lange Video aber auch die letzten mentalen Kräfte aus den Körpern heraus. Die Botschaft: „Es geht um jeden kleinen Zentimeter“, so Retting. „Es ist erst Schluss, wenn Schluss ist. Jeder Wurf, jeder Block, jedes saubere Festmachen kann helfen.“ Denn es geht ja gegen Bad Blankenburg, den souveränen Aufsteiger in die dritte Liga. „Wenn wir aber gut reinkommen, dann ist etwas möglich.“

Das sieht Werkmeister ganz genauso, der die Einstimmung treffend zusammenfässt: „Ein Team, ein Ziel, ein fester Wille. Die Spieler müssen das Spiel als Chance begreifen.“ Denn trotz einer schwierigen Saison: Staßfurt hat es in der eigenen Hand. Schlägt Rot-Weiss den Tabellenführer, bleiben die Bodestädter auch bei Punktgleichheit vor Apolda auf dem 12. Platz, auf dem sehr wahrscheinlich letzten rettenden Rang. Denn den direkten Vergleich hat Staßfurt gegen die Thüringer gewonnen. „Wir müssen aggressiv in der Abwehr stehen, geduldig sein, variabel im Angriff spielen“, erzählt Werkmeister. „Wenn die Fans uns tragen und beflügeln, dann ist vieles möglich. Dann spielt es keine Rolle, auf wen wir treffen. Na klar hat Bad Blankenburg eine sehr gute Qualität. Aber auch wir können guten Handball spielen.“ Nur die ganz klaren Wurfsituationen nutzen, auch mal den Ball herunternehmen. Trotz der brisanten Situation ruhig bleiben, dann können die Bodestädter den Gegner sehr wohl ärgern.

So wie im Hinspiel: Da hatte Staßfurt beim 25:27 in Bad Blankenburg den damals noch verlustpunktfreien Thüringern fast als erstes Team überhaupt in der Saison Zähler abgeknöpft. „Wir haben gerade zu Hause oft genug bewiesen, dass wir es können", sagt Retting. Und der Kapitän ist da mehr als zuversichtlich. Er will ja auch selbst dieses hässliche Makel nicht in seiner umfangreichen Vita haben.  „Ich will nicht absteigen, ich hänge am Verein und an der Halle. Ich habe hier schon so viele Schlachten geschlagen. Vielleicht gibt es so eine auch am 6. Mai." Jetzt gilt es. Ausreden gibt es keine mehr.