Landsberg/Staßfurt l Der große Redner ist Tino Korin nicht. Doch in dieser Woche ließ er es sich nicht nehmen, vor die Mannschaft zu treten. Der derzeit verletzte Mittelmann des HV Rot-Weiss Staßfurt II fällt mit Knieproblemen aus, machte seinen Mitspielern vor dem Halbfinale im HVSA-Pokal aber klar, wie wichtig das kommende Duell auswärts beim Landsberger HV (Anwurf heute 16 Uhr) ist. „Ich trete euch in den Arsch, wenn ihr verliert“, formulierte es Korin etwas überspitzt, zeigt damit aber, was für die Staßfurter auf dem Spiel steht.

Der diesjährige Pokalwettbewerb war für den HV Rot-Weiss II durchweg von Erfolg gekrönt, obwohl die Losfeen stets für sehr namhafte Kontrahenten sorgten. In der zweiten Runde schlugen sie die SG Spergau, im Achtelfinale musste der Vorjahressieger BSV 93 Magdeburg dran glauben. Und weil das noch nicht genug war, kegelte das Team von Coach Mario Kutzer im Viertelfinale den dritten Sachsen-Anhalt-Ligisten in Folge raus, die eigene erste Mannschaft. „Der Pokal ist unser Ding“, fasst es der Trainer passend zusammen und blickt vor dem ersten Duell mit einem nicht höherklassigen Team, der LHV steht in der Süd-Staffel der Verbandsliga auf dem siebten Rang, voraus: „Es wäre ärgerlich, wenn wir nach diesen Erfolgen jetzt im Halbfinale scheitern würden. Landsberg ist schlagbar. Es wird schwierig, aber ich denke, dass es ein Duell auf Augenhöhe ist.“

Eins steht fest: Ausreden gibt es nicht wirklich. Denn das Gerücht, das beim ehemaligen Konkurrenten aus der Süd-Staffel Harzverbot herrscht, hat sich nicht bewahrheitet. „Wir dürfen Klister nehmen. Daran soll es nicht liegen“, sagt Kutzer, der bei der Vorbereitung alte Kontakte nutzte. Denn Lukas Bönecke, der im Sommer von der Staßfurter Reserve zum SV Anhalt Bernburg II wechselte, gastierte mit seinem neuen Team am vergangenen Wochenende im Saalekreis. „Er hat uns ein paar Tipps gegeben. Vor allem auf die Spieler auf Mitte und Halblinks müssen wir aufpassen“, sagt Kutzer, der aber gleichermaßen auch betont, dass die Staßfurter sich erstmal an die eigene Nase fassen müssen.

Da geht es vor allem um die personelle Situation. Außenspieler Paul Hoffmann weilt im Urlaub und wird definitiv fehlen. Eike Rach, der wieder einmal aushelfen sollte, muss passen. Die Einsätze von Kevin Engelhardt und Thomas Hagemeyer sind noch fraglich. Und auch Korin kann wie erwähnt nicht mitwirken. Vor allem der Ausfall des Mittelmanns schmerzt: „Das ist am bittersten. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, kann nicht nur die Bälle super verteilen, sondern ist auch stark im Eins-gegen-Eins.“

Wie die Lücke von Korin geschlossen werden soll? Da hat Kutzer zwei Alternativen. Steve Ilgenstein und Florian Panzer können beide als Mittelmann spielen und „beherrschen das gut“, so der Trainer. Doch Ilgenstein soll seine gewohnte Position behalten. „Es gibt bei uns keinen besseren Halbrechten“, lobt Kutzer. Somit wird Panzer auf Mitte agieren müssen. „Das Zusammenspiel muss passen. Wir haben das aber akribisch trainiert“, verweist der Coach auf die Einheit gestern Abend. Und dabei galt es auch, erneut das bittere Ergebnis aus der Vorwoche zu verarbeiten.

Einstellung muss besser werden

Denn das vergangene Punktspiel gegen den Post SV Magdeburg ging für den Verbandsligisten vor dem eigenen Publikum klar mit 19:35 verloren. „Da hat die Einstellung überhaupt nicht gestimmt“, kritisierte der Coach. Zudem bemängelte Kutzer, dass „wir hinten nicht schnell genug herausgekommen“ sind. Und ließ das sein Team auch im Training mit Kurzsprints und Linienläufen spüren. Dass die Staßfurter gegen Post Unterstützung von der ersten Mannschaft bekamen, ging ebenfalls nach hinten los. „Da hat sich jeder auf den anderen verlassen. Das war der große Fehler.“

Doch gerade aufgrund der personell angespannten Situation vor dem Wochenende dürfte es nicht wieder dazu kommen. „Wir müssen wollen“, kann Kutzer gar nicht oft genug unterstreichen, wie wichtig die Moral im Halbfinale sein wird. Er fordert von seinem Team so eine Einstellung wie im vergangenen Duell im HVSA-Pokal gegen die Erste. „Wir müssen kämpfen und alles dafür tun, um in das Endspiel zu kommen.“

Die Marschroute ist bekannt. Jeder brennt auf das Finale. Spätestens seit der Ansprache von Kutzer. Und auch Korin. Der Spieler wünscht sich nichts mehr als ein Pokalfinale. In dem er dann auch wieder mitwirken kann.