Blankenburg/Staßfurt l Glücklich, fast schon stolz, präsentierte der SV 09 Staßfurt vor der Landesliga-Saison seinen neuen Kapitän, die neue zentrale Figur im Aufbauspiel und den „Erben“ des so wichtigen Michael Schmidt: Markus Müller ist neuer Spielführer bei den Staßfurtern. Doch auch er muss nun schon wieder einige Wochen auf die Binde verzichten. Denn im Abschlusstraining vor dem jüngsten 4:3-Sieg gegen Havelwinkel Warnau vor zwei Wochen zog er sich einen Muskelfaserriss im Knie zu, wird mindestens den kompletten September fehlen.

„Das ist sehr bitter. Wir hoffen, wir können es wieder auffangen so wie gegen Warnau“, sagt Coach Jens Liensdorf vor dem Auswärtsspiel beim Blankenburger FV morgen um 15 Uhr. Trotzdem bleibt es eine Hiobsbotschaft, die zur bisherigen Saison des SV 09 passt. Denn das nun von Müller angeführte Lazarett ist groß und lichtete sich auch in der zweiwöchigen Spielpause nicht.

Toni Härtge, Nick Unger, Dustin Abresche, Stefan Stein und nun auch Müller. Der SV 09 kämpft seit Wochen mit dem dünnen Kader. Hat die Pause da überhaupt geholfen? „Das werden wir in Blankenburg sehen“, so Liensdorf, der aber anfügt: „Meist hat uns so eine kleine Pause immer gut getan und wir kamen stärker zurück. Wir konnten auch ein paar kleine Wehwehchen auskurieren.“

Fokus auf der Ausdauer

Beispiel Matthias Härtl: „Er konnte wieder schmerzfrei trainieren.“ Gegen Warnau war er angeschlagen und trotzdem mit zwei Toren entscheidend am Sieg beteiligt. Bei bester Gesundheit erwarten die 09er entsprechend wieder viel Torgefahr vom 36-Jährigen. Ankommen wird es laut Liensdorf in Blankenburg aber auch auf die Puste. Deshalb legte der Coach des SV 09 den Trainingsschwerpunkt zuletzt auf die Ausdauer. Warum? „Der Platz in Blankenburg ist sehr groß. Wir wollen die Fläche ausnutzen und komplett belaufen und das Tempo über 90 Minuten gehen“, erhofft sich der Trainer.

Generell hält er die kommende Aufgabe aber für „undankbar“. Denn es gibt da doch einige Parallelen zum SV 09 aus dem Vorjahr. Das Team von Coach André Dzial ist der Nachfolger der Staßfurter als Aufsteiger aus der Landesklasse III. „Die Euphorie dort ist groß“, so Liensdorf. Und das zeigen auch die guten Ergebnisse. Sie haben Grün-Weiß Ilsenburg „eindrucksvoll“ mit 4:1 besiegt und auch mit dem 2:2 beim MSC Preussen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vier Punkte gegen Teams, die der Staßfurter Coach zu den Top-Teams zählt. „Sie sind mental sehr frisch und können unbekümmert mit einer breiten Brust in das Spiel gehen“, so Liensdorf, der den BFV mit seinem Team ausbremsen will.

Er weiß: „Der Druck liegt ein bisschen bei uns.“ Und dem wollen sie standhalten und dreifach punkten. Denn der Trainer macht klar: „Wir fahren dort hin, um drei Punkte mitzunehmen.“ Im Vergleich zum 4:3-Sieg gegen Warnau fordert er aber eine Steigerung: „Wir müssen die Zweikämpfe bestreiten und im besten Fall gewinnen.“

Die schlechte Personallage bereitet ihm dabei nicht wirklich Bauchschmerzen. „Wir haben mit diesem Kader schon vier Punkte geholt.“ Die Gäste haben zwar den Druck, aber auch das Selbstvertrauen. „Der Gegner hat Respekt vor uns“, vermutet Liensdorf.