Radis/Staßfurt l Auch wenn so ein ausgefallenes Pflichtspiel in erster Linie erstmal negativ auf das Gemüt schlägt, hat es der HV Rot-Weiss Staßfurt aus der Sachsen-Anhalt-Liga in mehrerlei Hinsicht geschafft, die „Zwangspause“ positiv zu nutzen. Zu erst einmal stand da nach der Absage von Eiche Biederitz am vergangenen Wochenende kein Termin mehr an. Und dabei beließ es Coach Sven Liesegang auch. Er gönnte seinen Spielern eine Auszeit.

Dann war die Absage des Gegners auch insofern „gar nicht so schlecht“, als dass „wir die Zeit genutzt haben, um auszukurieren“, so Liesegang. Da bleibt zuletzt nur der Spielrhythmus, der dadurch hätte verloren gehen können. Aber auch das Problem gab es in Staßfurt nicht. Die Rot-Weissen bestritten am Dienstagabend ein Testspiel beim Oberligisten HC Aschersleben, das unentschieden endete. „Die Intensität und das Engagement waren echt gut“, lobte Liesegang sein Team. „Wir können nun mit einem deutlich besseren Gefühl in das nächste Spiel gehen.“

Denn an diesem Wochenende steht für die Staßfurter wieder ein Duell in der Sachsen-Anhalt-Liga an. Heute Abend um 18 Uhr gastieren sie bei TuS Radis. Als „undankbar“ bezeichnet Liesgang die Aufgabe: „Das ist eine kleine, enge Halle mit einer sehr guten Atmosphäre.“ Doch TuS hat nicht nur den Heimvorteil im Rücken, sondern stellt laut dem Staßfurter Trainer auch ein gutes Team.

Davon überzeugte sich Liesegang am vergangenen Wochenende in Magdeburg, als er die knappe Pleite von Radis beim BSV 93 beobachtete. „Sie haben gute Individualisten und kommen oft über den Rückraum“, sagte der Coach. Besonders Stephan Blechschmidt, „ein überragender Mittelmann“, ist ihm aufgefallen. Das alles lässt den Trainer zu der Erkenntnis kommen: „Da kommt einiges auf uns zu. Es wird eine schwierige Aufgabe.“ Gleichermaßen schwingt beim 49-Jährigen aber auch Optimismus mit: „Wenn wir dort so auftreten wie in Aschersleben, haben wir gute Chancen. Wir fahren dort hin, um zu punkten.“

Und Taktikfuchs Liesegang hat auch schon einen Plan, um den wuchtigen Rückraum im Zaum zu halten: „Wir müssen ein gutes Blockspiel zeigen oder mit einer offensiveren Variante im Innenblock spielen.“ Genau will er sich da nicht in die Karten schauen lassen. Denn der Favorit will den Sieg, das ist klar. Dafür sieht es zum einen personell gut aus, nur Marvin Frank und Andreas Steinbrink werden fehlen, zum anderen schürt aber auch die gut genutzte Zwangspause viel Hoffnung.