Staßfurt l Ganz zielstrebig und mit starrem Blick lief Heinz Garz vom BSV Eickendorf in seine vierte Runde auf dem Kurs über 5,4 Kilometer. Das große Problem: Es mussten nur drei Runden absolviert werden. Der Läufer der Altersklasse M 70 verpasste das Ziel. Moderator Klaus Dreisbach rief ihm über das Mikrofon noch hinterher: „Hey, du bist doch schon fertig.“ Anschließend schickte er einen Radfahrer los, um den Mann zurückzuholen. Doch Garz drehte seine Ehrenrunde. Ohne Wenn und Aber.

Es blieb eine lustige Anekdote. Und machte dem erfahrenen Athleten nicht viel aus. Dennoch zeigte diese kleine Verwirrung beim Eickendorfer Läufer aber auch: Es war noch nicht alles optimal organisiert beim 1. Wobau-Lauf am Sonntag in der Staßfurter Innenstadt. Ohne Zweifel: Der Lauf, der Teil des diesjährigen Solvay-Cups ist, hat fast allen anwesenden Athleten und Zuschauern viel Spaß bereitet. Und dass nicht alles rund läuft, wenn ein Event dieser Größenordnung stattfindet, ist auch ganz normal. Das zeigte schon der Beginn des Tages. Weil sich bei strahlendem Sonnenschein noch viele Läufer kurzfristig anmeldeten, verzögerten sich die Starts der einzelnen Läufe.

Beim Hobbylauf über 1,8 Kilometer ragten dabei über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen auch die der Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt. Diese wollten eigentlich über die größere Distanz starten, entschieden sich aber kurzfristig um, „weil am Abend zuvor ein paar Geburtstage gefeiert wurden“, scherzte Spieler Tobias Ortmann, der selbst auf die Teilnahme verzichtete, weil er sich am Vortag im Ligaspiel gegen Aschersleben den Finger ausgekugelt hatte. Na klar, der Spaßfaktor stand an diesem Tag bei den meisten Teilnehmern im Vordergrund. So auch bei den Handballern des HV Rot-Weiss.

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Mehr Ehrgeiz auf längeren Strecken

Deutlich mehr Ehrgeiz wiesen da schon die Starter über die Wertungsläufe auf. Bei der Distanz von 5,4-Kilometern triumphierte Alexander Burghardt vom Laufladen Magdeburg. Er war dabei nicht nur über seine Goldmedaille zufrieden, sondern lobte auch die Strecke: „Es ist eine schöne Veranstaltung mit guter Organisation. Das Streckenprofil war super. Vielleicht war es etwas zu windig.“ Aber da haben die Organisatoren wohl am wenigsten Einfluss drauf. Denn das Wetter war für einige Teilnehmer dann schon ein bisschen „zu angenehm“.

Auch Heidi Schwenke hätte am Vormittag lieber ein paar Grad weniger gehabt. „Ich laufe ja gern, wenn es warm ist, aber das war heute schon nicht ohne“, sagte die Läuferin vom BSV Eickendorf. Davon ab war auch sie vom Wobau-Lauf angetan. „Für den ersten Lauf war alles wunderbar organisiert. Es gab auch Toiletten, das ist für Läufer sehr wichtig. Nur Duschen haben leider gefehlt.“ Dass die Läufe über 5,4 und 10 Kilometer letztlich nicht gemeinsam starteten wie geplant, empfand Schwenke als positiv. „So war es besser, da gab es nicht so viel Durcheinander.“ Die Zweite ihrer Altersklasse W 55 war zufrieden mit der Veranstaltung mit diesem Lauf des Solvay-Cups. Und das soll schon etwas heißen. Immerhin führt Schwenke die ewige Bestenliste an und war bislang bei fast jedem Lauf dabei. Dieser Lauf in Staßfurt hat definitiv Potenzial.