Hecklingen l Nach einer Anregung durch die Sportredaktion der Volksstimme soll an dieser Stelle nun eine kleine Serie der Bode-Runners starten, in der sie für ihre Lieblingsstrecken auch andere Laufsportler begeistern wollen. Diese Strecken sind natürlich auch zum Walken oder Wandern geeignet oder mit dem Rad zu absolvieren. Den Anfang macht Jens-Uwe Börner.

„Arme anwinkeln und los“ – ich starte am Ende der Quedlinburger Straße, am Ortsausgang von Hecklingen zu einem fast zwölf Kilometer langen Rundkurs, der vom Untergrund alles bietet und auch mit einigen Höhenmetern aufwartet. So geht es die ersten 350 Meter auf holprigem Kopfsteinpflaster gleich ordentlich bergan. Am rechten Wegesrand läuft es sich ganz bequem, und da der erste Kilometer der langsamen Erwärmung dient, schiebt man sich in kleinen Schritten hinauf oder geht diesen Abschnitt in schnellerem Tempo zu Fuß.

Kopfsteinpflaster bestimmt ersten Abschnitt

Noch bevor die große, grüne Scheune erreicht wird, biegt der Kurs scharf nach links ab und es geht hinab in das Hecklinger Katzental. Man bleibt am Ende wieder links und auch das Kopfsteinpflaster ist wieder da. Eine weite Kurve führt rechts über die kleine Steinbrücke weiter hinaus aus dem Ort. Auf der kleinen Anhöhe ist auch das schwierige Pflaster immer noch mein Begleiter, doch oben angekommen erwartet mich linker Hand ein weicher, satter Wiesenweg. Vorbei am Hochsitz, mit weitem Blick über die sanften Hügel, erspäht man am linken Horizont die Windräder vor Aschersleben und bald ist auch der Mäuseturm als erste Streckenattraktion erreicht. Ein kurzer Abstecher mit der Inaugenscheinnahme des Mäuseturms muss sein, bevor der Wiesenweg auf einen Plattenweg mündet, den man rechter Hand läuft.

Bilder

Das Beste kommt zum Schluss

Bergan, bergab, bergan, wird es im Verlauf nun ebener. Auf dem Plattenweg bleibend, ist es bis zur nächsten Wegkreuzung nicht weit. Wieder nach rechts, geht es zurück nach Hecklingen. Wem eine Sechs-Kilometer-Runde reicht, der ist bald zurück am Ausgangspunkt. Für alle Fortgeschrittenen empfehle ich aber unbedingt einen Abstecher in den Weinbergsgrund. Noch auf dem Plattenweg in Richtung Hecklingen unterwegs, geht es also an der nächsten Kreuzung nach links Richtung Gänsefurth. Man läuft auf ein Silo zu und darf nach dessen Passage linker Hand den Weg hinein in den Weinbergsgrund nicht verpassen.

Jetzt kommt der schönste Streckenabschnitt, denn erneut hat man einen weichen Wiesenweg unter den Füßen und links und rechts erheben sich sanfte Hügel, auf denen allerlei Obstbäume im Spätsommer zum Naschen einladen werden. Es läuft sich herrlich leicht, denn es geht bergab. Dem schlängelnden Weg folgend, eröffnet sich dem Blick bald eine große Wiesenfläche, die komplett durchlaufen wird. Mit zunehmendem Bewuchs ist der schmale Weg am Ende schwer auszumachen. Es geht nach links durch ein kleines, dichtes Wäldchen, bevor von den sanften Wiesenhügeln die gelben Adonisröschen grüßen. Auf insgesamt zwei Kilometern schlängelt sich der Weg durch das einmalige Naturschutzgebiet, bevor man den Betonweg an der Hecklinger Schießsportanlage erreicht.

Gut erholt, wird es auf den nächsten zwei Kilometern noch einmal anspruchsvoll. Gleich die nächste Steigung zieht sich über fast einen Kilometer. Eine schweißtreibende Trainingseinheit, die von gut trainierten Läufern gerne mehrmals in Angriff genommen wird. Doch mir reicht das einmalige Erklimmen. Bevor ein weiterer Anstieg als letzte Herausforderung wartet, entspannt ein gerader Abschnitt Lunge und Beine. Das Silo ist mein Ziel und so werden auch die letzten Meter hinauf mit Bravour gemeistert.

Als Belohnung sollte auch unbedingt der Blick noch einmal zurückgehen, denn am höchsten Punkt der Strecke kann man vor lauter Glück ruhig einmal die Welt umarmen. Auf dem Hinweg war an diesem Punkt der Abzweig in den Weinbergsgrund, doch der Rückweg führt über einen Plattenweg auf zwei Kilometer Länge im lockeren Tempo zurück zum Startpunkt des Rundkurses.