Staßfurt l Doch nicht nur sportlich war bei den 09ern ordentlich Sand im Getriebe, auch rund um das Team gab es einiges an Unruhe. Mit Patrick Stockmann steht in dieser Saison nach Jens Liensdorf und Axel Quednow bereits der dritte Trainer in der Verantwortung. Viel Unruhe, die zu Saisonbeginn nicht unbedingt zu erwarten war. Denn der Start in die Spielzeit lief nahezu perfekt.

Mit Siegen gegen Warnau (2:1), Irxleben (3:0), Niegripp (5:0) und Ottersleben (4:0) rangierten die Staßfurter nach vier Spieltagen verlustpunktfrei an der Spitze und schienen an die erfolgreichen Spielzeiten 2017/18 und 2018/19, die am Ende auf Rang zwei und drei endeten, anknüpfen zu können. Doch danach ging die Formkurve der Bodestädter immer weiter nach unten. Enttäuschende Heimspiele gegen Börde Magdeburg (1:4) und beim 0:0 gegen Aufsteiger TuS Magdeburg-Neustadt waren für die Vereinsverantwortlichen Enttäuschungen, die zum Nachdenken anregten. Nach den folgenden Pleiten in Blankenburg und daheim gegen Heyrothsberge (beide 1:2) musste Trainer Jens Liensdorf gehen. Die Chemie zwischen Mannschaft und Coach stimmte laut Vereinspräsident Christian Krüger nicht mehr. Das war auch auf dem Platz deutlich zu sehen. Das Team wirkte gehemmt, der Spaß am Fußball schien verloren gegangen zu sein. Interimstrainer Axel Quednow sollte dem Team neues Leben einhauchen. Und das gelang. Schon bei Quednows Debüt in Bismark spielte die Mannschaft trotz einer 1:4-Niederlage ordentlich, gegen Union Schönebeck (2:2) und beim MSC Preussen (1:0) wurden dann auch wieder Punkte eingefahren. Dennoch zog sich Quednow, der auch im Vorstand des Clubs mitarbeitet, zur Winterpause wieder zurück. Der sportliche Leiter Patrick Stockmann übernahm und übt nun eine Doppelfunktion aus.

Die Hinrunde analysiert Stockmann wie folgt: „Wir haben immer wieder Spiele dabei gehabt, in denen wir zu ideenlos waren. Das erste Beispiel dafür war schon das Finale im Sparkassen-Cup gegen Kleinmühlingen im Sommer“, so Stockmann. Besonderen Eindruck hinterließ beim Neu-Coach zudem das Spiel gegen Union Heyrothsberge, nachdem Trainer Liensdorf entlassen wurde. „Ich fand, das war bis dato unser bestes Saisonspiel, aber individuelle Fehler haben dafür gesorgt, dass wir trotzdem verloren haben. Natürlich war es für mich ein besonderes Spiel, weil ich zweieinhalb Jahre in Heyrothsberge gespielt habe, aber ich empfand das als Tiefpunkt der Hinrunde“, erklärt der neue Übungsleiter.

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Hoffnung für die Rückrunde macht jedoch, dass sich die 09er positiv in die Winterpause verabschiedet haben. Die Auftritte gegen Union Schönebeck, als erst in der Nachspielzeit der bittere und zugleich schmeichelhafte 2:2-Ausgleich kassiert wurde, und der Sieg bei den Preussen in Magdeburg, der denen die Herbstmeisterschaft verhagelte, waren von viel Engagement und Leidenschaft gekennzeichnet. „Das waren sicherlich die Höhepunkte der Hinrunde, wenngleich man sagen muss, dass wir bei Preussen auch das nötige Glück hatten, was uns die Punkte gebracht hat, die wir gegen Schönebeck haben liegen lassen“, so Stockmann.

In der zweiten Saisonhälfte gilt es für die Staßfurter Mannschaft in erster Linie darum, diesen letzten positiven Eindruck zu bestätigen.