Staßfurt l Wochenlang herrschte Stille auf dem Tennisplatz der Gaensefurther Sportbewegung. Die behördlichen Bestimmungen machten nicht nur einen Wettkampfbetrieb unmöglich, auch ein Training war auf Grund der Platzsperren nicht möglich. „Nach so langer Zeit, ohne den Schläger in die Hand zu nehmen, juckt es einem schon gewaltig in den Fingern“, beschrieb es Andy Konze von den Gaensefurther Herren 50.

Und so gehörte der Verein zu einem der ersten, die die Möglichkeit zur Antragstellung bei der Stadt nutzten. Abteilungsleiter Reiner Christoph erklärte, warum dies möglich war. „Wir haben – natürlich unter Beachtung der Abstandsregelungen – in den vergangenen Wochen unseren Platz auf Vordermann gebracht. Winterschäden wurden beseitigt, sodass man jetzt sagen kann, der Platz befindet sich in einem prächtigen Zustand.“ So konnte es nur einen Tag nach Inkrafttreten der 5. Corona-Eindämmungsverordnung losgehen. Die Netze wurden aufgebaut und in kleinen Gruppen wechselten die Tennisbälle erstmals wieder die Seiten. „Im ersten Moment ist es schon etwas komisch, darum zu bitten, wieder in sein Vereinsdomizil zu dürfen“, beschreibt Christoph die ungewohnte Situation und fügt an: „Es überwiegt aber ganz klar die Freude, dass es wieder losgeht.“

In Gruppen von vier Spielern und einem Übungsleiter treffen sich die Gaensefurther nun regelmäßig Dienstag und Donnerstag auf dem Vereinsgelände. Dabei kommt ihnen zugute, dass den Tennisspielern die weiterhin geltende Abstandsregelung vergleichsweise wenig ausmacht. „Anders, als beispielsweise im Fußball oder Handball stehen die Gegenspieler beziehungsweise Trainingspartner von Natur aus sehr weit auseinander, sodass man kaum Gefahr läuft, gegen die Beschränkungen zu verstoßen“, ist Christoph guter Dinge, dass schnell wieder ein den Umständen entsprechend normales Training möglich ist.

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Doch wann kann es wieder zu Wettkämpfen mit anderen Vereinen kommen? Nach den Beschlüssen des Tennisverbandes Sachsen-Anhalt (TSA) wird die kommende Spielzeit als „Übergangssaison“ ausgetragen. Mannschaften, die auf Grund von gesundheitlichen Bedenken nicht antreten, haben keine Strafen zu befürchten. Erst in der folgenden Saison geht es wieder normal weiter. Bei den Gaensefurthern plant man vorerst jedoch nicht, von diesem Recht Gebrauch zu machen. „Wir haben vier Mannschaften gemeldet, die nach jetzigem Stand auch an den Start gehen werden“, gibt Christoph zu verstehen. Kurzfristige Absagen sind aber dennoch nicht auszuschließen.

Ein großes Problem sieht der Abteilungsleiter jedoch bei der Anreise zu Auswärtsspielen. „Wenn wir mit vier Spielern auswärts antreten, müssten alle vier mit ihrem eigenen Auto anreisen. Das wird gerade bei langen Fahrten wie beispielsweise nach Osterburg problematisch“, gibt er zu bedenken. „Im besten Fall muss dafür noch eine Lösung gefunden werden, sonst könnte dies ein Grund für etliche Absagen werden.“

Doch bis es soweit ist, wollen sich die Tennis-Asse der Gaensefurther Sportbewegung auf der heimischen Anlage am Schwanenteich fit halten, getreu dem Motto „Wer rastet, der rostet“.