Schönebeck/Staßfurt l Für Union Schönebeck war es ein Stück weit eine Generalprobe am frühen Sonnabend. Bevor es im abendlichen Topspiel der Landesliga Dessau gegen den DJK Biederitz II ging, empfingen die Elbestädter im ersten Spiel des Tages den TTC „Glück Auf“ Staßfurt. Und klar, das Spiel wurde letztlich souverän mit 12:3 gewonnen, aber zumindest zu Beginn der Partie wird der ein oder andere gedanklich schon beim Spitzenspiel gewesen sein.

Denn nach den Doppeln führten die Staßfurter mit 2:1. „Mit diesem guten Start haben wir nicht gerechnet“, verriet auch TTC-Spieler Sebastian Busche im Nachgang. Ein Doppel wollten die Gäste schon für sich entscheiden, aber zwei waren „unwahrscheinlich“, so Busche. Entsprechend war Staßfurt mit der 2:1-Führung „sehr zufrieden“. Jonas Lyko und Meik Vollmer konnten dabei gegen Andreas Gärtner und Andy Kohl einen 1:2-Satzrückstand aufholen und den Fünfsatzsieg verbuchen. Das galt auch für Busche und Dieter Pieles im dritten Doppel gegen René Pöttke und Martin Bröse.

Natürlich gab diese knappe Führung den Gästen auch Aufwind. „Wir haben gehofft, dadurch länger im Spiel zu bleiben“, sagte Busche. In den Einzeln spielten die Unioner ihre Favoritenrolle dann aber voll und ganz aus. Elf der zwölf Duelle gingen an das Team aus Schönebeck. Nur Dieter Pieles konnte mit einem 3:1-Sieg gegen Pöttke einen Punkt sichern. Natürlich gab es dazu auch wieder einige knappe Duelle. Im oberen Paarkreuz war das Duell zwischen Vollmer und Michael Kollatsch „sehr eng und hätte genauso anders herum ausgehen können.“ Eher enttäuschend waren für Busche die Ergebnisse im unteren und mittleren Paarkreuz. „Da hätten wir mit mehr Punkten gerechnet“, so Busche, der sich in der Kritik nicht ausnahm. Bei seiner Fünfsatzniederlage gegen Pöttke sprach er von „eigenem Unvermögen“.

Unter dem Strich stand also eine deutliche Niederlage, die der Tabellensechste jedoch gut verkraften konnte. „Die Enttäuschung war nicht so groß“, berichtete Busche. Die Pleite war eingeplant. Aber sicher hatte sich nach dem Hinspiel der ein oder andere Staßfurter mehr erhofft. Der erste Vergleich dieser Landesliga-Saison im November des vergangenen Jahres ging nur mit einem sehr knappen Ergebnis von 9:7 an den Aufstiegsaspiranten aus Schönebeck. „Wir konnte diese gute Leistung nicht wiederholen“, so Busche.

Klar, vor eigener Kulisse ist das auch nochmal etwas anderes. Aber warum konnte der TTC den Favoriten nicht erneut in Bedrängnis bringen? Dass die Unioner noch ein paar Schippen drauflegten im Endspurt der Saison, glaubt Busche nicht. „Das ist gar nicht möglich, sie waren im Hinspiel schon sehr gut. Wir waren dieses Mal einfach in einer nicht so guten Verfassung. Das Ergebnis ist gerecht, auch wenn es deutlich ist.“

Daumendrücken für Union im Topspiel

Aber genau das hat auch Union für das zweite Spiel des Tages etwas beflügelt. Die Schönebecker trennten sich vor einer für die Liga untypisch großen Kulisse mit 8:8 von Biederitz – das Remis wurde erst im Entscheidungsdoppel gesichert – und haben im Aufstiegsrennen damit alles in der eigenen Hand. Und unter den 50 bis 60 Zuschauern waren auch die Spieler des TTC „Glück Auf“ Staßfurt. „Zu Union besteht keine große Rivalität. Es ist auch keine große Freundschaft, aber trotzdem ein gutes Verhältnis“, sagte Busche. Und so drückten auch einige Staßfurter die Daumen für Union.

Gewinnen die Schönebecker die beiden verbleibenden Auswärtsspiele, ist der Aufstieg in der die Verbandsliga perfekt. Für „Glück Auf“ stehen noch drei Spiele an. Am 7. April kommt es zu einem Doppelspieltag in Staßfurt. Zu Gast sind Serum Bernburg I und II. Eine Woche später steht das letzte Saisonspiel beim SV Anhalt Oranienbaum an. Der Tabellensechste aus Staßfurt liegt nur einen Zähler hinter dem SV Cobbelsdorf (4.), will entsprechend noch etwas nach oben klettern.

TTC Staßfurt: Vollmer (0,5), Büchtemann, Pieles (1,5), Busche (0,5), Henke), Lyko (0,5)