Salzlandkreis l Am Mittwoch verbreitete der DTTB diese Entscheidung über seine Landesverbände in ganz Deutschland. Damit gilt auch für Sachen-Anhalt und somit für die Spieler im Salzlandkreis: Die Saison ist sofort beendet.

Diese Entscheidung gilt im gesamten Bundesgebiet ab sofort und gleichermaßen. Von der untersten Kreisklasse bis hinauf zur Bundesliga – inklusive Pokal- und Relegationsspielen – wird ab sofort keine Celluloid-Kugel mehr über die flachen Netze fliegen. Diese Entscheidung wurde bei einer Telefonkonferenz getroffen, an der Vertreter aller Landesverbände teilnahmen. Im Rahmen dieser Konferenz wurde auch festgelegt, dass für die abgebrochene Saison die Tabellenstände zum Zeitpunkt der jeweiligen Aussetzung der Spielzeit als Abschlusstabelle gewertet werden. Auf DTTB-Ebene war das der 13. März. An den Vorgaben und Terminen der Wettspielordnung zur Planung der Saison 2020/2021 wird zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin festgehalten. „Wir bedanken uns herzlich für den sehr angenehmen und konstruktiven Austausch bei der Telefonkonferenz zu diesem wichtigen und komplexen Thema“, sagt Heike Ahlert, Vizepräsidentin Leistungssport des Deutschen Tischtennis-Bundes, welche die Sitzung geleitet hatte. „Für diese Krisensituation konnte es keine einfache Lösung geben, die allen gerecht wird.“

Die getroffene Entscheidung sorgt auch dafür, dass die Teams, die zum Zeitpunkt des Abbruchs Auf- und Abstiegsplätze belegten, dazu berechtigt sind, die Ligen nach oben und unten verlassen zu können beziehungsweise zu müssen. Wie mit Mannschaften, die auf Relegationsplätzen platziert sind, verfahren wird, entscheiden die jeweiligen Landesverbände individuell. Entsprechende Verfahrensweisen werden zeitnah erarbeitet und dann auch kommuniziert.

Auch in zwei weiteren Punkten seien sich alle Gesprächsteilnehmer einig gewesen: Die Fortsetzung des Spielbetriebs wird in absehbarer Zeit nicht möglich sein. Und: Die Vereine sollten so schnell wie möglich Planungssicherheit für die jetzige und die kommende Spielzeit haben. „Es hätte wohl niemand verstanden, wenn wir eine Aussetzung immer weiter verlängert hätten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Wiederaufnahme zu extremen Terminproblemen geführt hätte“, erklärte Heike Ahlert.

DTTB-Präsident Michael Geiger lobte indes die erfolgreiche Umsetzung der von allen Seiten gewünschten bundeseinheitlichen Lösung. „Ein Trainer würde stolz sagen: ‚Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung.‘ In dieser Krisensituation haben alle an einem Strang gezogen – von der Entwicklung vieler Vorschläge für den Spielbetrieb in dieser Saison bis zur gestrigen Entscheidung“, freute sich der Präsident über die große Geschlossenheit innerhalb der Tischtennis-Gemeinde.

Dennoch verschließt man beim DTTB nicht die Augen vor der Realität. Und diese ist für einige Teams ganz sicher schmerzlich, da sie in den sauren Abstiegsapfel beißen müssen. „Es wird einige Härtefälle geben, die mit dieser Lösung nicht zufrieden sind“, sagt Heike Ahlert.

Betroffen ist davon zum Beispiel die zweite Herren-Mannschaft von Union 1861 Schönebeck. Diese belegt in der Landesliga einen Abstiegsplatz und muss im kommenden Spieljahr eine Liga tiefer spielen. Es sei denn, ein anderes Team zieht sich noch freiwillig zurück. Auch diese Möglichkeit besteht in den einzelnen Ligen. Doch des einen Leid ist des anderen Freud. Dies gilt unter anderem für den TTC „Glück Auf“ Staßfurt, der sich mit seinem verjüngten Team sportlich noch nicht endgültig retten konnte, nun aber den Landesliga-Klassenerhalt in der Tasche hat.

Die sofortige Rückkehr in die Verbandsliga kann indes nun die erste Männermannschaft von Union 1861 Schönebeck in Angriff nehmen. Die Schönebecker waren erst im Vorjahr abgestiegen, hatten anschließend die Landesliga der Staffel „Dessau“ aber von Beginn an mitbestimmt und souverän Tabellenplatz eins belegt. „Es wäre ärgerlich, wenn abgebrochen wird, denn das Team hat sich einen guten Vorsprung herausgearbeitet“, hatte Unions Abteilungsleiter René Sieburg vor einigen Tagen gesagt. Zu diesem Szenario kommt es nun nicht.

Durchmarsch innerhalb von zwei Jahren

Unterdessen ist der Abbruch für Kreisligist Egelner SV Germania ebenfalls ein Glücksfall. Der ESV beendet die Spielzeit auf Rang eins. Somit steht fest, dass die Germanen binnen zwei Jahren den Durchmarsch von der Kreisklasse bis in die Kreisoberliga geschafft haben. Auch wenn der Termin der Meisterschaftsfeier noch in den Sternen steht, hat das Team um Mannschaftskapitän Hannes Schmidt jetzt zumindest eine gewisse Planungssicherheit für die nächste Spielserie. „Natürlich freuen wir uns, dass wir unseren Weg mit einem weiteren Titel krönen konnten. Auch wenn die derzeitige Situation keinen gemeinsamen Trainings- und Spielbetrieb zulässt, werden wir, sobald es wieder grünes Licht gibt, da sein, und für eine spannende Saison in der höchsten Spielklasse des Kreises sorgen“, äußerte sich der Egelner.