Cozumel/Staßfurt l Da, wo verliebte Paare vor romantischer Karibikkulisse ihre Flitterwochen verbringen, findet alljährlich auch ein Ironman statt. Statt verträumte Strände in Zweisamkeit zu genießen, zieht es die Triathleten hier her, um sich sportlich zu messen. Letzteres hatten auch Stefanie Nowak und Stefan Berger von den Triathleten der Gaensefurther Sportbewegung auf der To-do-Liste. Beide hatten die Reise nach Mittelamerika bereits im Vorjahr angetreten und waren auf der gleichgebliebenen Strecke dabei – Berger aber nur am Rande, zur Unterstützung für seine Frau.

Nachdem Nowak 2018 erfolgreiche Ironwoman wurde, stand fest, dass auch Berger in diesem Jahr einen Versuch unternehmen würde. Bei drückender Hitze gab er beim Frankfurt-Ironman 2019 sein erfolgreiches Debüt. Einer gemeinsamen Teilnahme am anspruchsvollen Triathlon kurz vor Ende des Jahres in Mexiko stand somit nichts mehr im Wege.

Am 22. November war es dann soweit, beide hatten sich schon einige Tage vom Jetlag erholt und in der wunderschönen Umgebung an die klimatischen Bedingungen gewöhnt. Um halb acht erfolgte der Startschuss am karibischen Meer bei 28 Grad Celcius Wassertemperatur. Bei fast ruhiger See ließ sich die Schwimmstrecke gut absolvieren, selbst von den bunten Fischen konnte man Notiz nehmen und der letzte Kilometer mit ordentlicher Strömung wurde ebenso problemlos gemeistert. Als „Spaß“ bezeichneten beide die Radstrecke über drei Runden trotz der 30 Grad Außentemperaturen, denn der Fahrtwind war angesichts der Hitze eine gefundene Abkühlung und stellte kein Hindernis dar.

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Blasen an den Füßen und ein Ständchen

Doch der abschließende Marathon war „mega hart“, so die beiden Gänsefurther Läufer. Die Anstrengungen bei weiterhin hohen Temperaturen forderten ihren Tribut. Zudem klappte die Verpflegung nicht mehr richtig, denn teilweise gab es keine Flüssigkeit mehr an den Versorgungsposten. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz zeigten die beiden Sportler der Gaensefurther Sportbewegung großen Kampfgeist und kämpften sich Schritt um Schritt zum Ende der letzten Etappe vor.

Ganz vorne machten die ehemaligen Sportprofis die Siege und Starts für den Ironman in Hawaii unter sich aus. Sowohl Tyler Butterfield aus Bermuda bei den Herren als auch die Australierin Carrie Lester liefen neue Streckenrekorde. Es war bereits dunkel, als Nowak und Berger erschöpft und mit Blasen an den Füßen aber überglücklich das Ziel erreichten. Berger benötigte elf Stunden und 20 Minuten und belegte damit Platz 25 in der Altersklasse „männlich 50“. Anlässlich seines Geburtstages sang ihm der Moderator der Veranstaltung auf der Ziellinie ein kleines Ständchen. „Das war der perfekte Abschluss, vielen Dank“, freute sich Berger über die gelungene Überraschung. Nowaks elf Stunden und 55 Minuten reichten für Platz acht unter den weiblichen Teilnehmern. Sie verbesserte ihre Zeit vom Vorjahr damit um 15 Minuten. Unabhängig davon waren beide mit ihrem Abschneiden sehr zufrieden.

Karibiksonne lässt Anstrengungen vergessen

Die Strapazen der 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen, sowie die vorherigen, anstrengenden Trainingseinheiten konnten Nowak und Berger in den anschließenden freien Tagen unter der Karibiksonne vergessen. Bevor es zurück in die kalte Heimat ging, hieß es, sich auf den Temperaturabfall von gut 30 Grad Celcius vorzubereiten. Wie die beiden Läufer das in Angriff genommen haben, kann man nur vermuten – sicher ist aber, dass sie auch in ihrer Freizeit wieder sportlich aktiv waren.