Salzlandkreis l Dazu gehörte auch Jens-Uwe Börner von den Bode-Runners der Gaensefurther Sportbewegung, der seine Laufkilometer Anfang der Woche auf einer „außergewöhnlich schwierigen Strecke“ sammelte, wie er selbst schrieb. „Nicht sehr schnell aber sehr anstrengend“ waren dabei die 6,3 Kilometer, die ihn durch das verschneite Salzland führten. Und da die Feldwege stellenweise nicht geräumt waren, musste Börner nach etwa der Hälfte seiner Strecke eine Pause einlegen. „Im Winter habe ich mein Training auf einmal pro Woche reduziert“, erklärt er. Verständlich bei minus sieben Grad, die das Außenthermometer am Lauftag anzeigte.

Gegenverkehr und ein Schnappschuss

Erschwerend kam hinzu, dass Börner plötzlich unerwarteter Gegenverkehr entgegenkam. Anne Hirschfeld aus Hecklingenwar war gemeinsam mit Thüringer-Wald-Ziege Lotti und Shetlandpony Frieda auf ihrer täglichen Spazierrunde durch die Hecklinger Feldflur, als sie auf den Bode-Runner trafen. „Respektvoll bin ich Ziege Lotti ausgewichen und habe meine Runde fortgesetzt“, erinnert sich Börner lachend. Nicht aber, ohne einen Schnappschuss seiner drei kurzzeitigen Weggefährten zu machen.

Nun, da der Schnee zum Großteil geschmolzen ist, hofft er, sein Trainingspensum an der frischen Luft bald wieder in die Höhe schrauben zu können. „Ab März dann hoffentlich wieder gemeinsam mit anderen Läufern“, blickt er optimistisch voraus.

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Ebenfalls ununterbrochen läuft Patrick Stockmann, Sportlicher Leiter bei Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt. Mit gutem Beispiel für seine Spieler geht er voran und absolvierte am Donnerstag weitere 7,18 Kilometer. Sein Lauf führte ihn dabei auch einmal mehr am Staßfurter Stadion der Einheit vorbei, welches seit Dezember darauf wartet, Schauplatz für ein weiteres spannendes Fußballspiel der Bodestädter zu werden. Doch vorerst müssen sich Stockmann, Neu-Trainer Torsten Lange und die Spieler des Landesligsten weiter in Geduld üben und mit individuellem Training fit halten.

Solange es möglich war, schnallte sich Horst Merschitz in der vergangenen Woche die Skier unter die Füße. Der 81-Jährige ist seit 1949 Mitglied beim SV Germania Borne und noch immer topfit. Tägliche Touren von jeweils knapp neun Kilometern sind der eindrucksvolle Beweis. „Dabei konnte ich circa 40 Rehe im Revier beobachten“, berichtet Merschitz.

In den Räumlichkeiten der Sport- und Karateschule (SKS) Staßfurt sieht es momentan verhältnismäßig trostlos aus. Auch die Krafträume können derzeit nur eingeschränkt genutzt werden. Um das Vereinsleben am Laufen zu halten, bietet der Verein seinen Mitgliedern jedoch die Möglichkeit an, individuell zu trainieren. „Das heißt für zwei Sportler aus unterschiedlichem Hausstand,

einer muss aber 18 Jahre oder älter sein“, erklärt die Sport- und Karateschule um Vereinschef Michel Olschewski auf ihrer Internetseite.

Möglich ist darüber hinaus natürlich auch weiterhin das gemeinsame Training innerhalb eines Hausstandes. Ein Angebot, welches Familie Albrecht gerne nutzt. Lara, Doreen und Enrico Albrecht sind regelmäßig im Kraftraum der Sport- und Karateschule aktiv. Für Mutter und Tocher kamen dabei erst kürzlich wieder 18,97 Kilometer auf dem Laufband und dem Crosstrainer zusammen. „Danach haben wir noch 100 Sit-ups gemacht“, berichtet Doreen Albrecht stolz.

Hometrainer setzen noch keinen Staub an

Und auch die Hometrainer in den eigenen vier Wänden wurden trotz des geschmolzenen Schnees noch nicht in den Keller geräumt. So steuerten beispielsweise Stefanie Rähm und Tim Heberling vom SV Blau-Weiß Etgersleben wieder knapp 30 Kilometer bei. Die nächsten 1 000 Kilometer, und damit eine weitere Spende an das Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen, stehen somit kurz bevor.

Rüdiger Rüchardt aus Staßfurt schwang sich am vergangenen Donnerstag gleich zweimal auf den Hometrainer. 29,1 Kilometer am Vormittag und weitere 30 Kilometer am Nachmittag waren die beeindruckende Tagesbilanz für den fitten Rentner.

Eine Vielzahl der Leserinnen und Leser freute sich aber vor allem darüber, dass die fast schon frühlingshaften Temperaturen dafür sorgten dass Geh- und Radwege wieder frei und nutzbar waren. So machten sich nicht nur Anton und Henry Rohrschneider gemeinsam mit Vater Andreas auf den Weg und sammelten dabei jeweils stolze 16,85 Kilometer. Auch Heberling und Tochter Greta aus Egeln drehten mit dem Fahrrad eine „kleine Runde an der Bode“, wie sie zu ihrem „Beweisfoto“ schrieben.

Insgesamt konnten so weitere 578 Kilometer von der Uhr genommen werden. Ob auf Skiern, laufend, gehend oder in den eigenen vier Wänden – die Begeisterung, sich zu bewegen, ist bei den Menschen im Salzlandkreis weiterhin ungebrochen. Und das ist auch gut so, denn noch sind 11 418 Kilometer zu absolvieren, bis die Erde einmal umrundet ist.