Staßfurt l Er guckte kurz hoch, entdeckte die Lücke und platzierte den Ball genau. Carsten Schwerd sorgte für das 29:27 im ersten Satz gegen die VSG Salzwedel. Der VC 97 Staßfurt lag in der Landesliga-Partie schon mit 21:24 hinten, doch es reichte. Auch weil Trainer Michael Frost eine Auszeit nahm und sein Team nochmal einschwor. Er sagte den Spielern, dass sie „konzentriert sein und miteinander sprechen sollen“. Und das hat geholfen: Nach mehrfachen Führungswechsel gewannen die Staßfurter den ersten Satz des Tages.

Und das sollte auch für die folgenden acht hilfreich sein. Mit dem 3:1 gegen Salzwedel und dem folgenden 3:2 gegen den Hederslebener SV holten die Staßfurter fünf Zähler. Frost war sehr zufrieden: „Wir wollten beide Spiele gewinnen, das haben wir geschafft. Wir hatten einen guten Kampfeswillen und haben die Belastung auf mehrere Schultern verteilt.“

Und dazu kam dann auch noch die „positive Energie“, die aus dem ersten Satz mitgenommen werden konnte. Schon im zweiten Satz gegen Salzwedel war das mit der zwischenzeitlichen 17:10-Führung spürbar. Nachdem der Gegner dann stärker wurde, haben sich die 97er „im richtigen Zeitpunkt wieder auf die eigenen Stärken konzentriert“, so Frost. Der Satz endete 25:22 für die Gastgeber. Im folgenden Satz sind die Gastgeber dann „aber nur hinterher gelaufen“, sagte der Coach. Wir haben den Gegner mit eigenen Fehlern eingeladen“. Weil die Staßfurter den fünften Satz aber unbedingt vermeiden wollten, steigerten sie sich im folgenden und fuhren somit das souveräne 3:1 ein.

Spiel kostet enorme Kraft

Mit den Hederslebenern erwartete der VC 97 im zweiten Spiel ein „sehr abwehrstarker Gegner“, berichtete Frost. „Wir haben mit druckvollen Aufschlägen agiert. Das hat sich als bewährtes Mittel herausgestellt.“ Und so gingen die ersten beiden Sätze mit 25:19 und 25:21 an die Gastgeber. Das kostete aber auch „enorme Kraft“, sagte der Trainer. Vor allem auf Außen/Annahme hatte Staßfurt mit Stefan Bornemann und Jens Haustein nur zwei Spieler. „Beide sind körperlich an ihre Grenzen gegangen.“

Im dritten Satz gegen den HSV lagen die 97er mit acht Punkten hinten. „Wir haben dann von außen neue Impulse gesetzt und aktiv gewechselt“, schilderte Frost. Und es wurde besser. Es entwickelte sich ein ähnlich enger Satz wie der erste des Tages. Die Staßfurter hatten bei eigener Angabe sogar Satz- und damit auch Matchball. Doch es klappte nicht. „Das Glück war nicht mehr auf unserer Seite“, so Frost. „Im vierten Satz fehlte dann die Emotionalität.“ Und so holte der Gast zwei Sätze (29:27, 25:18) und stellte auf 2:2.

Und auch wenn das Momentum dann bei Hedersleben lag, die Staßfurter gingen „voll fokussiert“ in den Entscheidungssatz. „Ich habe den Spielern nochmal die Chance auf den zweiten Sieg vor Augen geführt“, berichtete der Coach. „Mit den letzten Körnern, voller Überzeugung und einer guten Mannschaftsleistung“ hat es der Frost-Sechser dann letztlich geschafft, den Satz mit 15:12 und das Spiel mit 3:2 für sich zu entscheiden. „Die Jungs haben sich für ein gutes Spiel belohnt.“ Und womit? Mit der Festigung des dritten Tabellenrangs. Bei nur noch zwei verbleibenden Spieltagen und drei Punkten Vorsprung auf Rang vier, wird es immer wahrscheinlicher, dass die Staßfurter in dieser Saison „Bronze“ holen.