Magdeburg/Staßfurt l Es war vor einigen Wochen der große Knall, der da in Staßfurt ertönte. Dirk Schambier, den man wie keinen anderen mit dem Volleyballsport in der Bodestadt verbunden hatte, war plötzlich nicht mehr Trainer beim VC 97 Staßfurt . Aus „vereinsinternen Gründen“ trennten sich die Staßfurter Anfang des Jahres von Schambier. Was beiden Seiten wehtat. Sowohl den Spielerinnen des Landesoberliga-Teams als auch dem Coach selbst.

So ist Schambier seit der Trennung fast immer vor Ort, wenn sein ehemaliges Team spielt. Auch am vergangenen Sonnabend in der Pfälzer Straße in Magdeburg. Dort kam es zum Abschlussspieltag der Oberliga. Und der Ex-Coach sah einen sehr souveränen 3:0 (23, 20, 10)-Sieg der Staßfurterinnen gegen den PSV Halle. Aber eben nur als Zuschauer. Damit beendet der VC 97 die Saison auf dem vierten Platz. Und Michael Frost, der die Frauen seit der Trennung von Schambier interimsweise trainiert und mit der Saison „sehr zufrieden“ ist, weiß genau: „Den Grundstein für diese gute Platzierung haben wir in der Hinrunde gelegt. Da konnten wir viele enge Spiele positiv gestalten.“

Und wer war damals noch Coach? Richtig, Schambier, der mittlerweile in den Nachwuchs-Bereich des SV Pädagogik Schönebeck eingestiegen ist. Aktien an dem vierten Platz der 97er hat er aber zweifelsohne auch. Für Frost war der 3:0-Sieg „ein schöner Ausklang“. Einer eher schwierigen Saison. „Wir haben aus den Umständen das Beste herausgeholt“, berichtete der Trainer. „Die Spielerinnen haben den Weggang des Trainers gut weggesteckt. Sie haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Mit dieser guten Punktzahl und dem vierten Platz hat sicher kaum jemand gerechnet.“

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Zusammenhalt der Schlüssel zum Erfolg

Dass die 31 Zähler geholt wurden, lag sicher auch an dem sehr guten Teamgeist der Staßfurterinnen, wie die ehemalige Spielerin Jana Rogau, die das Team seit Anfang des Jahres betreut, auch bestätigte: „Wir haben dann gemerkt, dass wir eine Mannschaft sind und super zusammenhalten.“ Und das sollte dann auch am Abschlussspieltag der Schlüssel zum Erfolg sein. „Es war von Anfang an ein sehr gutes Spiel von uns“, lobte Rogau.

Schon beim ersten Satz, der nur sehr knapp mit 25:23 an die Bodestädterinnen ging, „haben wir sehr gut Druck gemacht“, berichtete die Betreuerin. „Wir waren alle sehr agil und haben super gekämpft.“ Warum die Staßfurterinnen beim Stand von 23:23 bei der gegnerischen Angabe punkteten und den Satz letztlich gewannen? „Wir wollten es einfach mehr. Wir wollten unbedingt noch Vierter werden.“ Klar, zum Beginn der Saison, als Rogau noch Spielerin war, hatte sie sich selbst auch die Bronzemedaille als Ziel gesetzt. „Aber nach dem ganzen Kuddelmuddel sind wir mehr als zufrieden. Wir konnten auch die Niederlagen in den vergangenen Wochen gut verkraften.“

Und mit dem Spiel am Wochenende zum Abschluss nochmal die passende Antwort geben. So ging auch der zweite Satz gegen den PSV Halle mit 25:20 an den VC 97. „Wir konnten sogar noch gut durchwechseln und jeder Spielerin ihr letztes Spiel in dieser Saison ermöglichen“, freute sich Rogau. Vor allem im letzten Satz, als beim 25:10 nur noch „relativ wenig vom Gegner kam und wir aufblühen konnten“, sagte Rogau. So konnte die Betreuerin auch ihre Zuspielerin bedenkenlos tauschen. Für Sabrina Praßer kam Julie Sämisch, die auch „ein super Händchen hat“, in die Partie.

So waren am Ende alle zufrieden und gehen mit einem guten Gefühl in die Pause. Für die Spielerinnen steht natürlich erstmal eine kleine Auszeit an. Für Trainer Frost, gleichzeitig ja auch stellvertretender Vereinsvorsitzender, gilt das aber nicht. Er wird jetzt einige Gespräche führen. „Wir müssen bis Anfang April schauen, wie wir uns neu aufstellen.“ Ein neuer Coach wird gesucht. Das ist klar. Ist da vielleicht sogar Jens Ruhnow ein Kandidat? Der Spieler der ersten Herren-Mannschaft bringt jahrelange Erfahrung mit und trainierte auch schon mal zu seiner Zeit in Egeln. Zuletzt war er oft an der Seite der Damen zu sehen, hielt auch am Sonnabend in Magdeburg Ansprachen. „Nein, er ist kein Kandidat, er hat nur als Betreuer mit ausgeholfen“, gab Frost an. Seine Suche geht also weiter. Und jemanden zu finden, der die Mannschaft so erreicht wie Schambier, wird sicher nicht so einfach.