Peter Wunsch feiert am morgigen Sonntag "runden Geburtstag". Dass es sein 60. ist, will man ihm auf Grund seines Aussehens absolut nicht abnehmen. Doch es ist wahr. Und erlebt hat Peter Wunsch in diesen sechs Jahrzehnten auch eine ganze Menge.

Stendal l Der aus Grieben stammende, morgige Jubilar hat zweifellos an einigen Kapiteln Sportgeschichte mitgeschrieben. Nach einem Abstecher zum Ringen, 1968 wurde er in dieser Sportart sogar DDR-Vizemeister im Nachwuchs, sattelte er einige Jahre später um.

Zweiter bei "Stärkster Mann der NVA"

Bei der Nationalen Volksarmee der DDR gab es einen Wettbewerb "Stärkster Mann der NVA", und da wurde der Griebener im Jahr 1973 Zweiter.

Kraftsport war nunmehr das sportliche Metier, in dem sich der Altmärker pudelwohl fühlte und für das er andere begeisterte. Natürlich war das zunächst in Grieben und Umgebung der Fall. Das Dorf stellte in der Folge eine der erfolgreichsten Kraftsportmannschaften der DDR. Am 23. Oktober 1976 fand dort der erste größere Wettkampf statt.

Lebensmotto: "Reich mir die Hantel"

Peter Wunsch hatte sein Lebensmotto gefunden. Es heißt: Reich mir die Hantel! Der Altmärker wurde 1979 Dritter der DDR-Einzelmeisterschaften. Fünf Jahre später wurde Grieben in der Besetzung Baethge, Dölz, Lichtenfeld, Scherff, Ecks und Wunsch auch Mannschaftsdritter. Schließlich: Das Männerteam aus Grieben war es, das 1990 zum letzten DDR-Meister avancierte.

Ganz besonders stolz ist der morgige Jubilar darauf, dass er 1985 mit der von ihm trainierten Griebener Juniorenmannschaft DDR-Meister wurde, und zwar mit einem Rekordwert, der nicht mehr gebrochen wurde.

In Einzel- und Mannschaftswettbewerben holten Aktive der BSG Traktor beziehungsweise des SV Grieben insgesamt 105 Goldmedaillen, 59 mal Silber sowie 48 mal Bronze. Darunter war vielfach auch Edelmetall bei DDR- beziehungsweise Deutschen Meisterschaften, zum Beispiel allein 21 Goldmedaillen.

Ein solcher "Goldjunge" war zu Beginn der 90er Jahre neben Männern wie Mike Nikolaizig und Andreas Röhr der aus Halberstadt zum SV Grieben gewechselte Ulrich Rambow. Der blonde Hüne eroberte auch international Meriten. Rambow war übrigens der erste Sportler des Kreises Stendal, der mit einem gleich nach der Wende eingeführten Sportförderpreis ausgezeichnet wurde.

Wie geht es dem einstigen Vorzeigesportler eigentlich heute, was macht er? "Ich habe alle meine Bekannten, die mit Kraftsport zu tun haben, gefragt. Keiner von ihnen weiß, wo Ulli abgeblieben ist. Er hat eine Russin geheiratet und zumindestens zeitweise in Nordrhein-Westfalen gelebt. Mehr ist mir nicht bekannt", so sein Trainer Peter Wunsch.

"Der Kraftsport in Grieben ist heute noch bei Axel Gent und Norbert Dittrich in sehr guten Händen", weiß der körperlich sicherlich zu den fittesten (fast) Sechzigjährigen Gehörende.

Vor 20 Jahren hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und mit einem Partner zusammen in Stendal ein Fitness-Studio gebaut.

Da bringt er seine umfangreichen Kenntnisse aus dem eigenen Sport an den Mann beziehungsweise Körper. Er ist der einzige Master Trainer Sachsen-Anhalts, besitzt damit die höchste Lizenz auf dem Gebiet "Fitness- und Rehabilitationssport" hier zu Lande.