In nicht einmal 20 Jahren seit 1993 waren insgesamt 56 ausländische Spieler in der 1. Männermannschaft Lok Stendals am Ball. Der Erste von ihnen, Antal Topor aus Ungarn, hat am längsten für die Altmärker gespielt. Neuester ausländischer Zugang ist der Japaner Shota Tadokoro.

Stendal l Der erste von außen gekommene Ausländer in den Reihen von Lok Stendal war der 1993 am Hölzchen erschienene Ungar Antal Topor. Der blonde Mittelfeldspieler avancierte zum Publikumsliebling der Stendaler Fußballfans. Auch, weil er am beständigsten von allen Ausländern in den Reihen der Altmärker am Ball war und 1994 den Sprung von der Oberliga in die Regionalliga mit bewerkstelligte. Bis zum Jahr 1998 hielt er Lok Altmark Stendal die Treue, bevor er in die Heimat zurückkehrte, aber noch für österreichische Vereine am Ball war.

Die nächsten beiden Neuen kamen vom afrikanischen Kontinent: Dinalo Adigo (Benin) und Rock Embingou (Kongo). Legendär, wie der damalige Lok-Trainer Klaus Urbanczyk einmal dem sehr schüchternen "Rocky" Selbstbewusstsein "einhauchte", indem er ihm zeigte, wie man den Trainerraum betritt. Nicht etwa durch ängstliches Herumdrucksen vor der Tür, sondern durch richtig lautes Anklopfen und ebenso lautes Grüßen.

Auch Angreifer Dinalo Adigo schaffte es bis zum Stendaler Publikumsliebling. Wie Rock Embingou blieb er danach in Deutschland, spielte unter anderem für das mecklenburgische Schönberg, während "Rocky" unter anderem für den 1. FC Gera und für einige Monate sogar für Saxonia Tangermünde am Ball war.

Zusammen mit seinem Landsmann Badri Danelia kam der Georgier Hvicha Shubitidse im Jahr 1996 nach der Station Optik Rathenow nach Stendal. "Shubi", wie er von den Lok-Anhängern, teilweise voller Verzückung ob seiner Technik, genannt wurde, blieb drei Jahre in Stendal. Nach einem dreijährigen Engagement beim FSV Zwickau erlebte er auf seiner nächsten Station seine wohl sportlich erfolgreichste Zeit.

"Shubi" schafft es am weitesten nach oben

Mit Erzgebirge Aue war er in der 2. Bundesliga aktiv und erzielte in 45 Spielen neun Tore für die Sachsen. Heute ist er unterklassiger in der Messestadt Leipzig am Ball und betreibt eine Fußballschule.

Bald danach wollte Lok Altmark Stendal mittels zweier Bulgaren (Atanas Georgiew, Ivelin Spasov) angesichts einer Strukturreform die Regionalliga halten, geriet jedoch um die Jahrtausendwende in große Finanznöte und schlitterte in eine Insolvenz. Das angestrebte Ziel, die Regionalliga zu halten, wurde verfehlt.

Lok spielte fortan bis zum Jahr 2003 in der Oberliga, die dann verlassen werden musste (Zwangsabstieg).

Ab 2001 bis zum Beginn des Jahres 2009 gab es nur wenige Ausländer in den Reihen des nunmehrigen 1. FC Lok Stendal. Eine Ausnahme war der aus dem afrikanischen Staat Gambia stammende Allrounder Kemo Ceesay. Moussa Doumbia zum Beispiel (Punktspielserie 2008/09) hat zwar einen ganz und gar nicht deutsch klingenden Namen, aber er ist als deutscher Staatsbürger nicht in der nebenstehenden Liste aufgeführt.

Ab der Rückrunde der genannten Saison setzte die "Brasilianer-Schwemme" ein. Mittels eines altmärkischen Sponsors kamen sie zuhauf aus dem Fußball tanzenden Schwellenland ans Hölzchen. Manch einer von ihnen machte zwar die Vorbereitung mit, wurde dann jedoch abgezogen und in eine andere deutsche Mannschaft gesteckt. Insgesamt waren es 19 Männer aus dem größten Land Südamerikas, die das Stendaler Stadion innerhalb von zwei Jahren frequentierten. Viel zu viele waren es, um sie geordnet zu integrieren.

Immerhin aber haben sie im Frühjahr 2009 sehr geholfen, Lok den Klassenerhalt in der Verbandsliga zu sichern. Und: An gute Spieler wie Mittelfeldmann Heder, Angreifer Diego und Abwehrakteur Panelli wird man sich länger erinnern.

Exot Galloway aus dem Antillenstaat Dominica

Der Exot unter den Ausländern bei Lok Stendal ist sicherlich, und das nicht nur vom Namen her, Terry Galloway. Der 2010 ans Hölzchen geeilte Mittelfeldspieler stammt aus Dominica, einem von den Engländern 1978 in die Unabhängigkeit entlassenen Zwergstaat südlich von Guadeloupe, der zu den Kleinen Antillen gehört und lediglich 746 Quadratkilometer groß ist. Nach einem halben Jahr verschwand Gallowey wieder aus Stendal.

"Frischester" Ausländer im Stendaler Lok-Team ist der großgewachsene Japaner Shota Tadokoro aus der Landeshauptstadt Tokio, der von Türkyiemspor Berlin aus in die Altmark kam und erst am letzten Wochenende sein erstes Punktspiel für die Altmärker bestritt.

   

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