Erxleben l Diese Zeit hat auch der SV Sparta Erxleben mitgeprägt. Der Verein Sparta Erxleben hatte zunächst nur eine Herrenmannschaft mit Trainer Volker Rebitzer im kreislichen Spielbetrieb. Ein Frauenteam gab es erst im Jahr 1995.

Kein Öl mehr ins Feuer gießen

Hubert Werner, in der Saison 1994/95 noch Trainer bei Eintracht Osterburg, gab sein Engagement in der Biesestadt aufgrund von Unstimmigkeiten im Verein ab. Er weiß aber noch ganz genau, aus welchem Grund er damals aufhörte, möchte aber nicht wieder Öl ins Feuer gießen.

Entscheidung fällt am Himmelfahrtstag

Am Himmelfahrtstag 1995 traf er sich mit Enno Roger, Rainer Boddeutsch und Willibald Fuhrmann, die damals alle im Verein in Erxleben waren, um zu klären ob sie sich vorstellen könnten, eine Frauenmannschaft im Verein zu haben. Alle drei stimmten zu und fortan kickten zahlreiche Frauen, die von Osterburg gleich mit Werner wechselten, bei Sparta.

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Die Erxleberinnen spielten in der damaligen Landesliga immer um die ersten fünf Plätze mit. Bei der Premiere für Sparta gab es gleich einen klaren 3:0-Erfolg gegen Alemania Wittenberge. Die damalige Handballerin Katja Hildebrandt war für alle drei Tore zuständig.

Klare Niederlage gegen Eintracht Schinne

Die erste Niederlage für den damaligen Neuling setzte es gegen die favorisierten Schinnerinnen. Mit 1:9-Toren gingen die Erxleberinnen baden. Den Ehrentreffer schoss Hildebrandt.

Das erste Derby gegen Osterburg war natürlich von Brisanz geprägt. Der neue Coach der Biesestädterinnen, Ralf Gauter, „brauchte seine Spielerinnen nicht motivieren“, wie er damals erzählte. 100 Zuschauer wollten sich dieses Spiel natürlich nicht entgehen lassen und sahen am Ende einen souveränen 3:0-Erfolg der Sparta-Damen, in einer äußerst fair geführten Partie. Anne Boddeutsch (2 Tore) und Anned Werner sorgten mit ihren Toren für den Derby-Erfolg.

Bis zur Saison 1998/99 leitete Hubert Werner die Geschicke in Erxleben, baute zwischendurch sogar noch eine Mädchenmannschaft, die einzige zusammen mit dem TuS Wahrburg, auf. „Wir hatten damals so viel Zulauf“, erinnert sich Werner noch. „Zu den Spielen kamen auch immer viele Zuschauer“, so der ehemalige Übungsleiter weiter. Desweiteren hatte Erxleben zu den Mannschaften von Germania Tangerhütte und Alemania Wittenberge ein sehr gutes freundschaftliches Verhältnis. „Wir haben nach den Spielen noch immer lange alle zusammen gesessen“, erinnert sich Anned Werner, Tochter von Hubert.

Lieblingsgegner: Rot-Weiß Arneburg

Der sogenannte „Lieblingsgegner“ von Erxleben war Rot-Weiß Arneburg. „Die Spiele waren immer hartumgekämpft, aber fair“, sagt Werner.

Eigentlich wollte er erst mit 60 Jahren aufhören, „aber anscheinend war es dann wohl doch schon früher“, so der heute 78-jährige.

Auflösung 2005

Sein Nachfolger war Torsten Kannenberg, der sogar noch aktiv ist. Auf ihn folgte der damalige Kreveser Spieler Norbert Lampe und bis zur Auflösung nach der Saison 2004/05 übernahm Tino Kraincziczewski als Interimstrainer.

Die Erxleberinnen, konnten, „so lange es Eintracht Schinne gab“, so Werner, keinen Titel holen. Erst danach gab es zahlreiche Meistertitel und Pokaltrophäen. Dennoch „war es eine schöne Zeit“, erinnert sich Spielerin Anned Werner gern daran zurück. Besondere Momente für sie waren unter anderem ein Trainingslager in der Türkei.

„Der Sportplatz war direkt neben dem Hotel und die ganzen Angestellten haben uns zugeguckt und angefeuert“, erinnert sie sich zurück. Es wurde auch ein Spiel gegen eine türkische Frauenmannschaft ausgetragen, „aber wie es ausging, dass weiß ich nicht mehr“, so Anned Werner.

Dazu kommen viele Fahrten in die tschechische Hauptstadt nach Prag, wo die Sparta-Damen an einem internationalen Hallenturnier teilgenommen haben.

„Ute Kochanke ist im Mittelkreis gestolpert und hat sich an seiner Hose festgehalten und sie dadurch runter gezogen. Wir haben uns dann erstmal alle kaputt gelacht“

Besonders in Erinnerung geblieben, ist ihr noch ein Spiel, „als Schiedsrichter Fettback Senior uns pfiff. Ute Kochanke ist im Mittelkreis gestolpert und hat sich an seiner Hose festgehalten und sie dadurch runter gezogen. Wir haben uns dann erstmal alle kaputt gelacht“, erzählt sie mit einem Lachen.

Nach Auflösung folgte Wechsel nach Walsleben

Nach der Auflösung im Jahr 2005, aufgrund von Spielerinnenmangel, gingen Anned Werner, Kirsten Matschkus, Ute Kochanke, Simone Künstler und Jeannette Heinrichs zum Ligarivalen SV Eintracht Walsleben und beendeten, außer Kirsten Matschkus (heute Trainerin bei Medizin Uchtspringe, Anm. d. Red.), im Jahr 2015 ihr fußballerische Karriere im Eichengrund.