Stendal l Durch den doch etwas überraschenden 3:0-Sieg beim SV Altlüdersdorf ist der 1. FC Lok Stendal in der Fußball-Oberliga, Staffel Nord, jetzt auf dem besten Weg, die Klasse zu halten.

20. April, 16.45 Uhr, Brandenburg, Werner-Seelenbinder-Sportplatz: Lok Stendal hatte gerade das Sechs-Punkte-Spiel gegen den gastgebenden BSC-Süd 2:3 verloren. Der Abstieg der Altmärker, so schien es, war schon fast besiegelt.

Klassenerhalt in Sichtweite

Jetzt, zwei Spieltage später, sieht die Lage schon völlig anders aus. Durch den 2:0-Heimsieg gegen Zehlendorf und dem 3:0 in Altlüdersdorf haben die Ostaltmärker sechs Zähler mehr auf dem Konto. Sie stehen auf dem 13. Tabellenplatz. Der würde nach jetzigem Stand zum Klassenerhalt reichen. Denn die 3. Liga, das sah vor Wochen noch anders aus, spielt auch mit. Mit Jena steht derzeit nur eine Mannschaft, die vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) in der Regionalliga aufgefangen werden müsste, auf einen Abstiegsplatz .

Abstiegskonstellation noch offen

Bei einem NOFV-Absteiger aus der 3. Liga steigen die Plätze 14, 15, 16 aus beiden Oberliga-Staffeln des NOFV ab. Sollte sich Jena jedoch retten, dann würden die Teams der Plätze 14 noch eine Relegation spielen. Sollte es jedoch Cottbus auch noch erwischen, muss Platz 13 in die Relegation. Das alles ist nur gültig, wenn alle Vereine für die Oberliga beziehungsweise Regionalliga melden und sich niemand zurückzieht.

In Altlüdersdorf haben die Stendaler trotz angespannter Personalsituation mentale Stärke gezeigt und den SVA, der in der Altmark 6:0 gewann, geschockt.

Die Einsätze von Martin Krüger und Vincent Kühn nach längere Pause haben sich schnell bemerkbar gemacht. „Das hätte auch nach hinten losgehen können“, räumte Lok-Trainer Jörn Schulz ein. „Aber so haben wir in der Offensive mehr machen können. Ich bin stolz auf diese Mannschaft und die vergangene Woche. Wir wussten, dass wir in der ersten Halbzeit viel investieren und eventuell das Spiel schon entscheiden müssen, da die gesamte Mannschaft durch die englische Woche auf dem Zahnfleisch kriecht“, erklärte Schulz weiter.

Anders schätzte sein Trainer-Pendant Steffen Borkowski die Leistung seiner Elf ein: „Ich bin sehr enttäuscht vom Auftritt der Mannschaft. Sie war mental der Aufgabe nicht gewachsen.” Jetzt muss Schulz das Training erst einmal dosieren. „Die Mannschaft muss regenerieren, wir werden weniger trainieren.“

Spitzenreiter wird im Hölzchen erwartet

Die nächsten Aufgaben werden auf keinen Fall leichter. Am Sonntag erwarten die Stendaler Spitzenreiter SV Lichtenberg. Da sind die Lok-Kicker krasser Außenseiter. Aber im Hölzchen hat die Mannschaft schon oft bewiesen, dass sie gegen vermeintlich stärkere Team punkten kann. Eine Woche später geht es nach Wismar. Dort muss in jedem Fall etwas Zählbares gebucht werden. Mit Sebastian Hey, der in Altlüdersdorf ausgewechselt werden musste, fällt jetzt wohl ein weiterer Stammspieler mit einer Muskelverletzung aus.