Stendal l Das hat zum erneuten Klassenerhalt in Deutschlands fünfthöchster Liga gereicht. Nach dem Aufstieg 2016/17 haben die Altmärker damit zum zweiten Mal in Folge den Klassenerhalt realisiert: In der Vorsaison in der Oberliga, Staffel-Süd, und jetzt in der Nordstaffel.

Wie bereits im Vorjahr war es für die Lok-Kicker wieder ein steiniger Weg zum Ziel. Mit Sven Körner und Daniel Fest in der ersten und Jörn Schulz in der zweiten Halbserie haben die Ostaltmärker gleich drei verantwortliche Trainer am Steuer gehabt.

Malchow-Spiel als Sinnbild der Saison

Das letzte Heimspiel gegen Malchow (5:4-Sieg nach 2:4-Rückstand) spiegelte die gesamte Saison sehr gut wider. „Es war ein ständiges Auf und Ab“, sagte Mittelfeldakteur Martin Krüger treffend. Besonders die erste Halbserie verlief für Lok alles andere als gut.

Bilder

Mit nur mageren elf Zählern musste Stendal auf dem vorletzten Tabellenplatz überwintern. Teilweise schlechte Spiele hatten die Ostaltmärker in diese prekäre Lage gebracht. Aufbruchstimmung war in der Rolandstadt zum Jahreswechsel keinesfalls zu spüren.

Schulz zum Debüt mit Debakel

Jörn Schulz, der im letzten Hinrunden-Spiel gegen Blau-Weiß 90 Berlin sein Debüt auf der Lok-Trainerbank gab, erlebte zum Jahresabschluss eine desaströse 0:5-Heimpleite gegen den ehemaligen Bundesligisten.

Doch die Schulze-Elf sortierte sich neu und kämpfte sich trotz großer personeller Sorgen in der Rückserie zurück, spielte taktisch gut und holte vor allem die entsprechenden Ergebnisse. Die Lok-Kicker hatten bereits am vorletzten Spieltag gegen das Tabellen-Schlusslicht Malchower SV die Möglichkeit, aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu sichern. Kurz vor dieser Partie wurde auch der freiwillige Rückzug von Altlüdersdorf bekannt, so dass Platz 14 bereits zum Klassenerhalt reichte.

Die Stendaler schienen mit dieser Konstellation jedoch überhaupt nicht klar zu kommen. Der Rucksack schien zu schwer. Lok führte zwar 2:1, lag dann aber 2:4 hinten, aller Aufwand, der in der Rückserie betrieben wurde, schien umsonst. Doch urplötzlich erwachte Lok.

Klassenerhalt am vorletzten Spieltag

Angetrieben vom unermüdlichen Martin Krüger über die linke Seite gelangen den Rolandstädtern noch drei Tore zum 5:4-Sieg. Die Konkurrenz spielte mit. Der Klassenerhalt war am 2. Juni unter dem Jubel den Fans unter Dach und Fach.

„Die Mannschaft hat sich für den wahnsinnigen Aufwand belohnt. Die Rettung am vorletzten Spieltag im eigenen Stadion ist ein Traum“, sagte Lok-Trainer Jörn Schulz, der nach eigener Aussage Tage zuvor schlecht geschlafen hatte. „Ich habe harte Monate hinter mir, das war alles eine große Belastung. Wir haben mit 24 geholten Punkten in der Rückrunde ein überragendes Halbjahr gespielt, womit sicher keiner mehr gerechnet hat. So schwer wie mein Start bei Lok Stendal mit allen Begleiterscheinungen war, umso schöner war das Ergebnis am Ende“, freute sich der Lok-Trainer abschließend.