Stendal l Am 13. Spieltag der Fußball-Oberliga, Staffel Nord, hat der 1. FC Lok Stendal am Sonnabend im eigenen Stadion gegen den FC Hansa Rostock II 1:3 (0:1) verloren. Das sind die nackten Fakten, die nackten Zahlen. Doch die Partie verlief völlig anders. Die Gastgeber hätten sich zumindest einen Punkt verdient gehabt.

„Fußball ist nicht immer gerecht. Es hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen“, sagte Rostocks Trainer Axel Rietentiet in der Pressekonferenz.

Gäste führen früh

Die Gäste kamen auf tiefem Untergrund sehr gut in die Partie hinein. Das frühe Tor von Lukas Meyer, der freistehend in der neunten Minute traf, setzte bei der jungen Mannschaft weitere Kräfte frei. Bei einer Möglichkeit von Ulrich zeigte Bryan Giebichenstein im Stendaler Tor eine Monsterparade. Er verhinderte einen weiteren Stendaler Gegentreffer.

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Aber ab der 20. Minute wendete sich das Blatt. Besonders über den starken Martin Krüger auf der rechten Seite wurden jetzt Lok-Angriffe initiiert. Bis zur Pause hatten die Lok-Kicker bestimmt fünf dicke Chancen zum Ausgleich. Der Ball verfehlte in einigen Situationen knapp den Kasten oder Keeper Alexander Voll zeigte glänzende Paraden. Die Führung der Gäste nach der ersten Halbzeit war ausgesprochen glücklich.

Lok lässt Chancen liegen

Als Stendal fünf Minuten nach dem Wechsel der Ausgleich durch Martin Krüger gelang, schien die Lok auf den richtigen Gleisen angekommen zu sein. Was sich aber bereits vor 14 Tagen in Strausberg abzeichnete, fand am Sonnabend die Fortführung. Stendal nutzte die Möglichkeiten viel zu wenig. „In beiden Spielen hatten wir gefühlt 50 Chancen“, meinte Loks Trainer Jörn Schulz kopfschüttelnd.

Als Rostocks Henry Haufe in der 76. Minute die Ampelkarte sah, ging Schulz auf Risiko, er brachte Max Salge für Abwehrspieler Philipp Groß. Im Abstiegskampf wollte der Stendaler Coach gegen einen dezimierten Gegner einen Sieg, ein Remis war zu wenig. „Vor vier, fünf Wochen hätte ich vielleicht anders entschieden und an der Grundformation nichts geändert. Aber wir waren gut im Spiel, ich bin auf das Ganze gegangen.“

Hansa kontert sich zum Sieg

Der Schuss ging, wie so oft gegen einen Gegner, der zu zehnt spielen muss, nach hinten los. Stendal fing sich einen gut herausgespielten Konter.

In der 80. Minute stand ein 1:2 auf der Anzeigetafel. Die Lok-Kicker setzten noch einmal die letzten Reserven frei und zogen in der Schlussphase ein regelrechtes Powerplay auf. In der Nachspielzeit hatten Niclas Buschke und der eingewechselte Tim Kolzenburg weitere dicke Gelegenheiten zum Ausgleich. Aber Voll im Rostocker Kasten schien unüberwindbar.

Dann kam, was kommem musste. Praktisch mit der allerletzten Aktion band Ulrich Michel den Sack für die Gäste per Konter zum 1:3 zu. Besonders bitter. Kurz zuvor hatte Sebastian Hey nach einer Aktion vor dem gegnerischen Tor auch die Gelb-Rote Karte gesehen.

Innenverteidigung fällt aus

Er wird in der kommenden Woche beim Auswärtsspiel in Staaken fehlen – genau wie Tim Schaarschmidt (beide Innenverteidiger), der die fünfte Gelbe Karte sah.

Ein in allen Belangen ganz bitterer Sonnabend für den Stendaler Lok-Fußball.