Stendal l Nach Abschluss der Hinserie plus erstem Spieltag der Rückserie liegt der 1. FC Lok Stendal in der Fußball-Oberliga, Staffel Nord, mit derzeit elf Punkten auf dem vorletzten Platz der Tabelle.

Gegen Staaken im Februar

Allerdings haben die Ostaltmärker noch ein Spiel auszutragen. Die am 9. Dezember ausgefallene Partie (Platz gegen Staaken wurde von der Stadt gesperrt) soll nunmehr am 17. Februar 2019 (13 Uhr) nachgeholt werden.

Dennoch verlief die Hinserie für die Ostaltmärkker alles andere als zufriedenstellend. Das Malheur begann schon im Sommer. Nach der 0:2-Auftaktniederlage in Staaken setzte sich der Greifswalder FC im Stendaler Hölzchen 3:2 durch. Es folgte eine weitere 1:3-Niederlage gegen Tennis Borussia Berlin. Auch am vierten Spieltag gab es für die Rolandstädter keine Punkte (1:2 beim FC Strausberg).

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Als Stendal dann am 16. September daheim gegen den Charlottenburger FC 1:3 unterlag, zogen die Lok-Verantwortlichen die Reißleine.

Sven Körner wird entlassen

Trainer Sven Körner wurde von seinen Aufgaben entbunden. Die Altmärker, die in den ersten fünf Punktspielen ohne jeden Zähler und mit einem Trefferverhältnis von 5:13 auf dem vorletzten Tabellenplatz standen, hatten den Saisonbeginn zu deutlich in den Sand gesetzt.

Sven Körner hat die Mannschaft, seit er sie vor einigen Jahren übernahm, richtig gut geformt und ist mit ihr 2017 in die Oberliga aufgestiegen. Die Negativserie wirkte jedoch lähmend. In seiner letzten Amtshandlung sagte Körner in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Charlottenburg: „Die Mannschaft spielt zu emotions- und leidenschaftslos.“ Nach Ralf Troeger, der sportliche Leiter war nach internen Unstimmigkeiten zurückgetreten, fehlte Lok jetzt bereits der zweite Baustein des Aufschwungs aus der vergangenen Saison.

Daniel Fest wird Interimstrainer

Das Traineramt übernahm Daniel Fest, der im Sommer als Co-Trainer von Sven Körner bei Lok anheuerte. Ihm gelang auch gleich der erste Punktgewinn – in Torgelow hieß es 1:1.

Die Trendwende? Noch nicht richtig. Gegen die TSG Neustrelitz stand es anschließend auf eigenem Platz kurz vor Schluss 0:1. Schließlich traf noch Marcel Werner zum Ausgleich. Der Jubel danach war grenzenlos. Die Stendaler Kicker hatten erkannt, dass sie mit den stärker eingeschätzten Teams dieser Klasse mithalten können. Die folgende 1:3-Niederlage bei Hansa Rostock II war schon unglücklich, noch schlimmer aber war, dass sich Kevin Dagnet schwer verletzte (Kreuzbandriss).

Sieg gegen den Brandenburger SC

In dem bis zu diesem Zeitpunkt besten Spiel schlug Lok am 7. Oktober den Brandenburger SC 4:2. Der erste Sieg war in Sack und Tüten. Durch eine Rote Karte kurz vor der Pause spielten die Altmärker in der zweiten Halbzeit sogar in Unterzahl.

Doch die Lok-Kicker waren noch immer nicht in der Liga angekommen. Drei Spiele, drei fette Niederlagen (0:6 in Zehlendorf, 0:6 daheim gegen Altlüdersdorf und 0:5 in Lichtenberg) mit einem Torverhältnis von 0:17 trieben allen Lok-Anhängern Falten ins Gesicht.

Abstiegskampf angesagt

Längst schon war Abstiegskampf angesagt. Es ging um das Überleben in der Oberliga.

Das 2:0 gegen die vom ehemaligen Stendaler Spieler Adigo betreuten Kicker aus Wismar hauchte der Mannschaft wieder Leben ein. Zudem wurde auch noch das Halbfinale im Landespokal durch einen in dieser Höhe für kaum möglichen gehaltenen 5:1-Sieg gefeiert. Die Lok war wieder auf dem richtigen Gleis. Es musste nur noch beim Rangletzten in Malchow gewonnen werden.

Jörn Schulz wird Trainer

Vor diesem Spiel sickerte aber die Meldung durch, dass ab dem neuen Jahr Jörn Schulz die Mannschaft übernehmen wird. Schulz, ein ehemaliger Spieler von Lok, trainierte zuvor Medizin Uchtspringe und zuletzt den Verbandsligisten Barleben.

Blieb die Frage, wie wird Fest auf diese Meldung reagieren. Er coachte das Team noch einmal in Malchow (5:1-Sieg), gewann dort das dritte Spiel in Folge, zog aber aus der Situation seine Konsequenzen und nahm danach seinen Hut.

Daniel Fest tritt zurück

Fest, der nie über Verletzte geklagt und immer wieder der Jugend eine Chance gegeben hatte, überraschte damit die Lok-Verantwortlichen, die ihn gern weiter bei der Mannschaft gesehen hätten.

„Es lag an der Kommunikation und wie man die Dinge präsentiert. Das war für mich der ausschlaggebende Grund. Wenn es der Verein geschafft hätte, die Dinge anders darzustellen und anders zu kommunizieren, dann hätte es auch andere Entscheidungen geben können. Ich habe alles für Lok gegeben.“

Von den Vorgängen überrascht

Jörn Schulz, der eigentlich Barleben die Saison zu Ende trainieren wollte, um dann erst in Stendal einzusteigen, wurde von der Vorgängen völlig überrascht. „So wie alles gelaufen ist, ist es eine Katastrophe.“

Stendal stand im letzten Saisonspiel gegen Blau-Weiß Berlin plötzlich ohne Trainer da. Schulz sprang ein. Aber in dieser Partie lief alles schief, die Ostaltmärker unterlagen 0:5.

Jetzt heißt es, die Wunden zu lecken, um in der zweiten Halbserie den Bock umzustoßen und noch den Klassenerhalt realisieren.