Uchtspringe (srü) l | Entgegen der Männer im Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) wurde der Pokalspielbetrieb der Saison 2019/2020 bei den Frauen fortgesetzt.

Am Sonntagnachmittag empfing die Mannschaft des SV Medizin Uchtspringe den Regionalligisten Magdeburger FFC zum Duell um den Einzug in das Halbfinale. Am Ende wurde es eine deutliche Angelegenheit. Die Altmärkerinnen mussten sich mit 0:9 (0:2) geschlagen geben. Mit Ruhm haben sich die Gäste aus der Landeshauptstadt aber nicht bekleckert.

Aufgrund zahlreicher Verletzungen und Ausfälle standen den Gastgeberinnen gerade einmal 14 Spielerinnen, Trainerin Kirsten Matschkus eingeschlossen, zur Verfügung. So kam es auch, dass Gina Wetzel, die erst am Freitag ihr erstes Training absolvierte, gegen ihren ehemaligen Verein und einige frühere Weggefährtinnen, von Beginn an ranmusste. Immerhin konnte Uchtspringe nach überstandener Verletzung wieder auf Spielführerin Victoria Stein setzen.

Zu Beginn wirkten beide Mannschaften noch etwas verunsichert, was angesichts der langen Pflichtspielpause wenig verwunderlich war. Die ersten Torabschlussversuche der Magdeburgerinnen gingen auch allesamt vorbei am Uchtspringer Gehäuse. Ein Freistoß von Tabea Alsleben in der neunten Minute landete harmlos in den Armen von SV-Keeperin Sarah Rostock, die ihrer Mannschaft vom Anpfiff weg ein starker Rückhalt war. In Minute elf war sie allerdings chancenlos, als Chantal Schmidt nach einem Pass in die Tiefe zur 1:0-Führung für die favorisierten Gäste einschob.

Die Medizin-Frauen stemmten sich aber gegen den Regionalligisten, der athletisch und konditionell im Vorteil sein sollte. Nur zwei Zeigerumdrehungen nach dem Gegentreffer starte die Matschkus-Elf dann ihrerseits den ersten Angriff mit einem Zuspiel auf Stein. Doch MFFC-Schlussfrau Silke Schulz war vor ihr am Ball. Entmutigen ließen sich die Gastgeberinnen davon nicht und spielten mit einem hohen Maß an Disziplin sowie großer Einsatz- und Kampfbereitschaft weiter. Obwohl sie sich auf die Defensivarbeit konzentrierten, versuchten die Uchtspringerinnen bei Ballbesitz auch kontrolliert nach vorn zu spielen.

Der MFFC probierte gegen die Medizin-Defensive immer wieder die Lücken zu finden, wurde aber durch eigene Abseitspositionen oder spätestens Sarah Rostock ausgebremst. Ihr allein war es zu verdanken, dass der Vorsprung des Regionalligisten bis hierhin nur ein Treffer betrug. In der 38. Minute hatten die Gastgeberinnen dann ihren ersten Eckball, der aber sogleich abgewehrt wurde. Kurz vor der Halbzeitpause erhöhten die Gäste dann aber doch noch auf 2:0. Nach einer Flanke von Schmidt von der linken Seite netzte Joy Spiller für Rostock unhaltbar ein. So ging Magdeburg zwar mit einem Zwei-Tore-Plus, jedoch nur mit etwas mehr Spielanteilen in die Kabine.

Für die Matschkus-Elf sollte die Devise zur zweiten Halbzeit lauten, einfach so weiterzumachen, wie bisher. Denn den Klassenunterschied haben die Magdeburgerinnen im ersten Durchgang viel zu häufig vermissen lassen. Doch dieser Plan ging nicht auf. Vom Anpfiff weg konnten die Gastgeberinnen sich kaum mehr aus der eigenen Hälfte befreien. Mit ihren Treffern zwei und drei erhöhte Spiller direkt auf 4:0 (46./48.), während die Altmärkerinnen noch gar nicht wieder auf dem Feld zu sein schienen. Mit dem Schwinden der Kräfte bei den Medizinerinnen bei sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad wurde es für die Gäste letztlich immer einfacher, ihr schnelles und dynamisches Spiel durchzubringen.

Die Folge waren die Treffer fünf bis neun durch Lisa-Marie Naujoks (77.), Antonia Schulz (73.) sowie dem lupenreinen Hattrick von Jessica Fischer innerhalb von nur acht Minuten (82./84./90.).

Der Einzug in die Vorschlussrunde war für den Favoriten damit besiegelt und verdient, wenngleich die Gastgeberinnen des SV Medizin Uchtspringe mit sich nicht gänzlich unzufrieden sein konnten. „Wir haben im ersten Durchgang gut mitgehalten. Meine Mannschaft hat die taktischen Vorgaben sehr gut umgesetzt, eng gestanden und viele Zweikämpfe gewonnen. Nach der Pause ist uns das nicht mehr so gut gelungen, doch wir haben immer gekämpft“, resümierte Medizin-Trainerin Kirsten Matschkus nach dem Abpfiff.

Uchtspringe: Rostock – Leppich, Dähre, Thieß, Wetzel, Fahrenholz, Balfanz, Stein, Stach, Matschkus, Schwander

Magdeburg: S. Schulz – L. Neumann, Geckert, Wienecke (51. Seidler), Schmidt, Hildebrand (46. Fischer), Spiller (63. Lier), A. Schulz, Alsleben, A. Neumann, Naujoks

Tore: 0:1 Schmidt (12.), 0:2 Spiller (42.), 0:3 Spiller (46.), 0:4 Spiller (48.), 0:5 Naujoks (71.), 0:6 A. Schulz (73.), 0:7 Fischer (82.), 0:8 Fischer (84.), 0:9 Fischer (90.)

Schiedsrichter: Max Goroncy (Stendal)

Zuschauer: 217 auf der Heinz-Förster-Sportanlage