Stendal l 3. November, 15.20 Uhr in Berlin. Der 1. FC Lok Stendal hatte soeben 0:5 beim SV Lichtenberg verloren. Die dritte Klatsche innerhalb kurzer Zeit. Keine Frage, Lok liegt am Boden.

17. November, 15.20 Uhr im Stendaler Hölzchen. Die Lok-Fans feiern ausgelassen mit ihrer Mannschaft. Sie steht im prestigträchtigen Landespokalwettbewerb im Halbfinale. Der VfL Halle wurde soeben mit 5:1 Toren im Viertelfinale aus dem Hölzchen geschossen. Damit hatte vorher niemand gerechnet.

„Jetzt können wir auch wieder den Kopf nach oben nehmen“, so Daniel Fest, Trainer Lok Stendal

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Mannschaft sendet positives Zeichen

Überall sah man danach auf Stendaler Seite nur freudestrahlende Gesichter. Die Lok-Mannschaft lebt. Das Lächeln in den Gesichtern ist nach dem 2:0 gegen Wismar und dem 5:1 gegen den VfL Halle zurückgekehrt.

„Ich habe vor dem Spiel zur Mannschaft gesagt, wir haben uns letzte Woche durch den Sieg gegen Wismar in eine gute Ausgangsposition manövriert, weil das natürlich innerhalb der Mannschaft eine Begeisterung ausgelöst hat. Man hat das auch in der Woche beim Training gemerkt. Die Hand ist wieder oben, man sieht uns noch. Jetzt können wir auch wieder den Kopf nach oben nehmen“, erklärte Stendals Coach Daniel Fest, der auch kaum glauben konnte, was er die 90 Minuten zuvor von seiner Mannschaft gesehen hatte.

Lok sehr engagiert

Sie spielte von der ersten Minute an engagiert. Mit nur zwei Veränderungen gegenüber dem Wismar-Spiel, Lukas Kycek stand für Bryan Giebichenstein im Tor und Johannes Mahrhold rückte für Nils Breda rechts in die Abwehrkette, kauften die Ostaltmärker den Gästen aus der Saalestadt sofort den Schneid ab. Fest („Am Ende war es ein verdienter Sieg“), der den Gegner beobachtet hatte, stellte die Mannschaft hervorragend ein.

„Alle Facetten, die uns negativ zur Verfügung standen, haben wir abgerufen“, schätzte René Behring, Trainer des VfL Halle, ein.

Zielstellung erfüllt

Klar, das schnelle 1:0 von Niclas Buschke spielte den Stendalern in die Karten. Fest: „Es war ein Teil des Plans, früh in Führung zu gehen, um Sicherheit zu bekommen. Dass es natürlich so früh passiert ist, war sensationell. Den Ball erobern, umschalten und das dann in der Kontersituation ausspielen, das war schon überragend gemacht.“ Mit dem 2:0 durch Maurice Pascale Schmidt waren die Weichen bereits in Halbzeit eins auf Heimsieg gestellt.

Halles Trainer war indes von Stendals Leistung nicht ganz so überrascht: „Wenn man nach einer Durststrecke in der Liga gewinnt, kommt das Selbstvertrauen zurück. Das haben wir natürlich gewusst. Ich denke aber, wir haben es dem Gegner super einfach gemacht, dieses Spiel zu gewinnen. Alle Facetten, die uns negativ zur Verfügung standen, haben wir abgerufen.“

Malchow im Blick

So groß die Freude bei Lok über die beiden Siege auch ist, jetzt muss am Sonnabend beim Tabellenletzten in Malchow nachgelegt werden, sonst war das alles nur die Hälfte wert.

Das Lächeln in den Gesichtern aller „Lokis“ sollte schon noch eine Weile vorherrschen.